Von der Vergessenheit bis zum Kulturerbe der UNESCO in Österreich.

von  Dr. Harald Barsch

Zu aufwändig, zu teuer, vielleicht auch nicht mehr „zeitgemäß“ – es gab bereits präzis schießende Feuerwaffen – wurde 1793 mit Aufhebung des Oberfalkenmeisteramtes die Falknerei am Österreichischen Kaiserhof abgeschafft.

In Österreich erlebte die Falknerei im 17. und 18. Jahrhundert ihre Blütezeit. Sie wurde ausschließlich, wie die Jagd auch, vom Adel betrieben. Die Falknerei sollte fast 100 Jahre lang völlig in Vergessenheit geraten.


Erst in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts begannen sich einige Persönlichkeiten wieder für diese edle Jagdkunst zu interessieren. 1932 gab es in Wien eine kleine Gruppe  Weidmänner um KR Franz Adametz, die sich für die Falknerei begeisterten.
Der 2. Weltkrieg und die entbehrungsreichen Nachkriegsjahre setzten den ersten zaghaften Versuchen der Beizjagd bald ein Ende. 1950 kam es auf Initiative von KR Franz Adametz zur Gründung des ÖFB,  dessen  Zielsetzungen nicht nur die Ausübung der Beizjagd, sondern damals schon den Schutz aller Greifvögel beinhalteten.

Die Ausübung der Beizjagd sollte sich als wahre Pionierleistung erweisen, es war ein ständiges Dazulernen, meist aus Fehlern, bis sich erste Erfolge einstellten. Im Gegensatz zu heute gab es damals keinerlei Fachliteratur oder Lehrbücher, das Fachwissen lag gut verwahrt und unzugänglich in großen Bibliotheken und sollten erst viel später gehoben werden.
Die Beschaffung von Beizvögeln erfolgte ausschließlich aus der Natur, Aushorst- und Fanggenehmigungen waren damals noch erhältlich, die „Geier“ wurden zu dieser Zeit ohnehin noch rücksichtslos verfolgt.
In den 60er/ 70er  Jahren kam es zu einem dramatischen Rückgang in den Greifvogelpopulationen.  Die vermeintlich Schuldigen waren bald gefunden. Die Falknerei befand sich im Aufwärtstrend, mehr Falkner brauchten mehr Greifvögel, die sie sich angeblich durch illegalen Nestraub beschafften. Die wahren Schuldigen allerdings befanden sich in der chemischen Industrie, der massive Einsatz von Pestiziden (DDT- GAU) in der Landwirtschaft führte zur Unfruchtbarkeit der Greifvögel.

Falkner mussten weltweit zur Selbsthilfe greifen. Die ersten, bislang unmöglich gehaltenen Nachzuchten von Greifvögel und Eulen in Menschenhand gelangen nicht etwa Ornithologen oder Zoofachleuten, sondern  Falknern. Heute wird der gesamte Bedarf an Greifvögel für die Falknerei ausschließlich aus Nachzucht gedeckt.

Noch ein Gutes hatte die Zucht: Falkner haben durch Auswilderung von über 1000 gezüchteten Wanderfalken im Osten Deutschlands die so gut wie ausgestorbene Baumbrüterpopulation der Wanderfalken gerettet.Seit „Erfindung“ der Falknerei vor vielen tausend Jahren in den Steppen Innerasiens hat sie sich bis heute nicht verändert. Auch jagen alle Falkner weltweit gleich.Nicht so die Jagd, denken wir z.B. an die Entwicklung vom Pfeil zur Hochrasanzpatrone.

Dieses uralte Jagdkulturgut fand daher im März 2010 die Aufnahme in das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO in Österreich. Im kommenden Jahr soll die Falknerei in Österreich als „ immaterielles Kulturerbe der Menschheit"  durch die UNESCO anerkannt werden.

UNESCO Kulturerbe!

Paris, 5.12.2012 12:02h

UNESCO nimmt auch die österreichische Falknerei in die repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf.

 

Zoo Schönbrunn mußte alle Pelikane einschläfern

Nachdem die ganze Kolonie der Krauskopfpelikane mit dem Vogelgrippe Virus H5-N8 infiziert war, mußte der Zoo die gesamte Kolonie einschläfern.

Wir sind tief betroffen und können nachempfinden, was dies auch für das Personal des Zoos bedeuten muß.

Wie bereits auch in unserem Newsletter, möchten wir nachdrücklich alle Falkner um entsprechende Unterbringung ihrer Vögel ersuchen.

International Journal of Falconry 2014

Die Ausgabe 2014 der bekannten IAF Zeitschrift wird demnächst erscheinen.

Zur Vorabbestellung und Abonnements kommen Sie direkt durch Klick auf das Bild.

 

Jäger vereint gegen Wildkriminalität

Die Jäger der Welt treffen sich am 24. April 2014 in Mailand, Italien, im Rahmen der 61. Generalversammlung des CIC zu einem historischen Welt-Gipfeltreffen mit dem Titel: “Jäger vereint gegen Wildkriminalität

 

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