von Peter Metzner

Die 20. Österreichische Jägertagung stand unter dem Titel "Gamswild und Niederwild - vom Wissen zur Umsetzung". Sie fand, wie auch bisher, in Aigen im wunderschönen Ennstal statt. Ein umfangreiches Programm an Vorträgen wurde an diesen zwei Tagen geboten.

Der erste Tag begann um 09:30. Nach einer kurzen Begrüssung durch den Organisator, Univ. Doz. Dr. Karl Buchgraber ging es gleich mit den ersten Vorträgen und Diskussionen weiter. Für uns als Falkner waren die Themen zum Gamswild nicht primär von Interesse, wobei es trotzdem ein wirklich gutes und umfassendes Bild vom gegenwärtigen Stand rund um die Gams gab. Um so mehr ist das Niederwild, vor allem der Feldhase und Fasan als Beutewild für den Falkner von besonderem Interesse, ohne Niederwild gilt „Beizjagd vorbei“! Hier müssen sich die Falkner mit grossem Engagement einbringen und mithelfen, um die Zukunft der Falknerei zu sichern. Dazu gehört auch die Teilnahme von Falknern an Fachtagungen und Seminaren zum Thema Niederwild.Erstens, um am letzten Wissensstand zu sein und zweitens, um unser Interesse an dieser Problematik durch unsere Teilnahme zu bekunden. Falkenmeister Josef Hiebeler ist langjähriger und bekannter Teilnehmer an der Jägertagung in Aigen im Ennstal, ebenso ÖFB Präsident Dr. Harald Barsch und zum ersten Mal und auch in Zukunft ÖFB Vizepräsident Peter Metzner. Diese Tagung ist die grösste jagdliche Fachtagung im deutschsprachigen Raum, 750 Teilnehmer aus Österreich und aus zahlreichen Nachbarländern belegen dies.

 

Der erste Vortrag zum Thema Niederwild wurde von dem allseits bekannten und geschätzten Vorstand des Instituts für Wildbiologie und Jagdwirtschaft an der BOKU Wien, Prof. Dr. Klaus Hackländer gehalten. Es ist hinreichend bekannt, welche Probleme wir mit dem Niederwild haben. Der Schlüssel zum Erfolg, um dieses wieder nachhaltig zu pflegen, liegt im Lebensraummanagement. Der Niederwildjäger kann hier nicht allzu viel tun. Ihm bleibt mehr oder weniger nur die Bejagung von Fuchs und anderen Predatoren. Das Problem dabei ist, dass dabei aber nur eine Behandlung von Symptomen erfolgt und nicht die Ursachen angegangen werden. Die Auseinandersetzung mit dem Thema führt uns geradewegs zur gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU.

Prof. Hackländer hat uns eine Entscheidung zur GAP 2015+ für die nächsten Wochen angekündigt. Dort soll eine grünere Landwirtschaftspolitik als Ziel gesetzt werden. Die Bracheverpflichtung (2008 aufgehoben) ist wieder im Gespräch und wird hoffentlich zumindest für 5-7% der Fläche vorgeschrieben, um einen Teil der Förderungen erhalten zu können. Wir erwarten uns also eine letze Möglichkeit das Niederwild und somit auch die Artenvielfalt, wenn auch auf geringem, so doch zumindest vertretbarem Niveau halten zu können. Ich selber habe bei der Tagung Gespräche mit Landwirten, die auch Jäger sind, geführt. Es zeigte mir umso mehr auf, dass es bei nur ein wenig Verständnis von Landwirten (und der gebundenen Unterstützung durch die EU) und Jägern füreinander eine Zukunft für unser Niederwild geben kann. Dies legte auch der Vortrag von Mag. Erich Klansek vom FIWI der Vet. Med. Universität zu den Niederwild Musterrevieren eindrucksvoll dar.

Mag. Barbara Fiala-Köck, in ihrer Funktion als Tierschutzombudsfrau des Landes Steiermark, zeigte einmal mehr, dass die Ansprüche und Erwartungen der Gesellschaft an die Jäger klar definiert sind. Die Jägerschaft hat ihr Tun und Handeln strengen ethischen Regeln zu unterwerfen. Eine ethische Betrachtung unterliegt, obwohl noch immer nicht in allen Köpfen angekommen, einem ständigen Wandel. Wir Jäger sind gefordert. Was ich persönlich als große Chance sehe, nämlich das Handeln als Tierfreund UND Jäger, ist vermutlich für die meisten von uns ganz klar. Ja, ich kann Tierfreund sein wenn ich ein Tier töte und ja, ich kann Tierfreund sein wenn ich Fleisch esse (egal ob bei einer Handelskette gekauft oder vom Jäger erlegt). Was da dazwischen steht nennt sich Ethik! Auch darauf kommt es an, aber nicht nur daran werden wir gemessen.

Der letzte Vortrag am ersten Tag wurde durch den Oberjäger Bernhard Schatz zum Thema "Erzherzog Johann als Jäger" gehalten. Ein durchaus bemerkenswerter Vortrag der uns zeigte, dass es auch anders gemacht werden kann. Das gemütliche Zusammensitzen am Abend mit vielen Gesprächen und auch Diskussionen war mindestens ebenso spannend wie wichtig, um Kontakte zu pflegen und Freundschaften zu knüpfen. Auch der zweite Tag, diesmal bereits ab 08:30 Uhr brachte viel an Information. Das Thema Ausbildung wurde nicht nur durch den LJM von Tirol, DI Anton Larcher mit seinem wirklich gelungenen Vortrag, sondern auch durch viele Meldungen der Kollegenschaft eindrucksvoll als TOP Thema bewertet. Da sind wir schon wieder direkt bei der von uns so eindringlich geforderten Falknerprüfung im gesamten Bundesgebiet. Doch dazu werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch näher eingehen. Zusammenfassend möchte ich bemerken, dass diese Jägertagung eindrucksvoll zeigte, dass die Jägerschaft sich der Herausforderung stellt. Kritik, auch unter Vortragenden, wurde erkannt. Diskussion ist allgegenwärtig und der Wille, die Zeichen der Zeit zu sehen, vorhanden.

Die Forderung eines Jägers nach einer Abschussbewilligung von Steinadlern, oder eines anderen von Kaiseradlern, sehe ich persönlich als letzte Reste ewig Gestriger, die die Zeichen der Zeit nicht wahrgenommen haben und mit ihrer Denkweise dem Image der Jägerschaft nichts Gutes tun. Nicht nur wegen der ausgesuchten Qualität der Tagungsthemen, sondern der lockeren und freundschaftlichen Atmosphäre wegen ist die Teilnahme ein Muss für uns Falkner. Nirgendwo hat man Gelegenheit alle Landesjägermeister, Wissenschaftler und eine Vielzahl von Jagdfunktionären anzutreffen. Eine bessere Gelegenheit, Wünsche und Sorgen betreffend unsere Falknerei an vorgenannte Personen heranzutragen wird sonst nirgends geboten. Alle Vorträge können unter www.raumberg-gumpenstein.at nachgelesen werden.

UNESCO Kulturerbe!

Paris, 5.12.2012 12:02h

UNESCO nimmt auch die österreichische Falknerei in die repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf.

 

Zoo Schönbrunn mußte alle Pelikane einschläfern

Nachdem die ganze Kolonie der Krauskopfpelikane mit dem Vogelgrippe Virus H5-N8 infiziert war, mußte der Zoo die gesamte Kolonie einschläfern.

Wir sind tief betroffen und können nachempfinden, was dies auch für das Personal des Zoos bedeuten muß.

Wie bereits auch in unserem Newsletter, möchten wir nachdrücklich alle Falkner um entsprechende Unterbringung ihrer Vögel ersuchen.

International Journal of Falconry 2014

Die Ausgabe 2014 der bekannten IAF Zeitschrift wird demnächst erscheinen.

Zur Vorabbestellung und Abonnements kommen Sie direkt durch Klick auf das Bild.

 

Jäger vereint gegen Wildkriminalität

Die Jäger der Welt treffen sich am 24. April 2014 in Mailand, Italien, im Rahmen der 61. Generalversammlung des CIC zu einem historischen Welt-Gipfeltreffen mit dem Titel: “Jäger vereint gegen Wildkriminalität

 

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