Imagevon Univ.Doz. Dr.Dr. Sigrid Schwenk
Forschungsstelle für Jagdkultur- Techn.Universität München 

CIC Präsident Dieter Schramm


Die Falkner sind weltweit im Vergleich zu den Jägern eine sehr kleine Gruppe, die sich durch leidenschaftliches Engagement für ihre Passion auszeichnet, wobei die recht raren Falknerinnen  ihre männlichen Kollegen wohl noch übertreffen. Dies erklärt sich schon allein daraus, dass ein Beizvogel, d.h. ein zur Beizjagd gehaltener Greifvogel, tägliche intensive Zuwendung fordert  und dass nur so die „wunderbare lebenslange Freundschaft“ zwischen einem letztendlich immer ein Wildtier  bleibenden Vogel und dem Falkner als Partner und Assistent des Vogels bei der Jagd entsteht, die die Falknerei so faszinierend macht: Bei jedem Flug hat der Beizvogel die Freiheit, nicht mehr zu seinem Partner zurückzukehren und das Weite zu suchen.


Die geringe Anzahl der Beizjäger führte auch dazu, dass viele „Jäger mit der Waffe“ die Falkner bisher nicht so richtig wahrnahmen – umso verdienstvoller ist es daher, dass der Österreichische Falknerbund (mit rund 250 Mitgliedern) vom 17. bis 20 Oktober 2007 eine „Internationale Falknertagung“ mit einem „Fachsymposium Weltkulturerbe Falknerei - Lobbying, Öffentlichkeitsarbeit und Imagepflege für Falknerei-Jagd“ ausrichtete – bei der die hochrangigen Vertreter der Jagd sich einstimmig zur Falknerei als einem wichtigen Teil der Jagd bekannten.

Bemerkenswert an dieser Veranstaltung war einmal der Rahmen, Schloss Rosenburg im Kamptal, das größte Renaissanceschloss Österreichs, das einen der besten Falkenhöfe in der Welt beherbergt, zum anderen, dass es dem Präsidenten des ÖFB, Dr. Harald Barsch, gelang, nicht nur eine Reihe gewichtiger Persönlichkeiten zu Schirmherren zu gewinnen (den österreichischen Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll, den niederösterreichischen

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Interessiertes Fachpublikum

 Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, den niederösterreichischen Landesjägermeister ÖkR Dr. Christian Konrad, den Präsidenten des CIC Bergassessor a. D. Dipl.-Ing. Dieter Schramm und last but not least den Hausherrn Dipl-Ing. Markus Hoyos), die sich alle in bemerkenswerten Grussworten im Programm zur Falknerei als kulturellem Erbe bekannten, sondern auch zu seinem Fachsymposium kompetente Redner aus Österreich, Deutschland und England zu versammlen.
Dipl.-Ing. Markus Hoyos, CIC Präsident  Dipl.-Ing. Dieter Schramm, die Vorsitzende der UNESCO Kommission für Wales Gwyneth E. Edwards, den Generalsekretär der Zentralstelle Österreichischer Landesjagdverbände Dr. Peter Lebersorger, den Chairman of the British Hawk Board Jim Chick, den Landesjägermeister von Oberösterreich LABG Sepp Brandmayr, den Landesjägermeisterstv. von Kärnten Josef Monz, den Medien-und Lobbyingexperte Gregor Schönstein (Public Interest, Wien), die Leiterin des Zentrums für Jagdkultur der Technischen Universität München Univ.-Doz. DDr. Sigrid Schwenk, den internationalen Falknereiexperten Dr. Nick Fox  fesselten die die Teilnehmer aus 14 Nationen mit interessanten Grussworten und Beiträgen, etwa zur jagdlichen Interessenvertretung bei den EU-Gremien in Brüssel, zur Rolle der Falkner und Greifvogelhalter in Grossbritannien, zu den Zukunftschancen für Randbereiche der Jagd, zur Integration der Falknerei in Kärnten, zur professionellen Öffentlichkeitsarbeit für die Falknerei, zur Beizjagd als integriertem Bestandteil des nachhaltigen Nutzungsprinzips und zum Mensch-Tier-Verhältnis am Beispiel der Falknerei.

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Gastgeber Graf Hoyos


Dank des unermüdlichen Einsatzes der Falknerei-Enthusiasten Monika und Josef Hiebeler von der Rosenburg, die in monatelanger Arbeit die Falknertagung durchdacht, durchgeplant und mit großer Liebe zum Detail bis ins Letzte mit Stil und Charme verwirklicht haben, wurde die Tagung zu einem Hochgenuss für die Teilnehmer des Fachsymposiums und der anschliessenden Beizjagdtage: angefangen beim repräsentativen Marmorsaal samt der  meisterlichen musikalischen Umrahmung für die Tagung über den festlich geschmückten Versammlungssaal, die grosszügigen Unterbringungsmöglichkeiten für die Beizvögel, die gemeinsamen Mahlzeiten im Schloss, die Beizjagden in wildreichen Revieren, die Herzlichkeit der Revierinhaber, das abwechslungsreiche gesellige Beiprogramm und vor allem – als ein Höhepunkt – das stilvolle Streckelegen bei Fackelschein im Schlosshof mit 104 gebeizten Stück Wild, bei dem der anwesende Hausherr seine Freude über die gelungene Veranstaltung sowie seine Hochachtung vor der Leistung der Veranstalter in herzlichen Worten zum Ausdruck brachte und sein schönes Schloss für zukünftige Falknerereignisse anbot. 

Und noch etwas Besonderes zeichnete die Internationale Falknertagung 2007 aus: Es wurde nicht nur  - wie leider so oft auf Tagungen – über etwas theoretisch diskutiert (in diesem Fall PR und Imagepflege), sondern es wurde praktisch vorgeführt, wie exzellente Öffentlichkeitsarbeit aussehen kann: Die hervorragende Falknereivorführung der Berufsfalkner von der Rosenburg zeigte für jeden überzeugend, dass hier jahraus, jahrein – den Event-Charakter nutzend – einer breiten Öffentlichkeit umfassende Informationen über das Tun der Falkner wie über die verschiedenen Arten von Greifvögeln in einer guten halben Stunde vermittelt werden können.
 

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Pause im Schloßhof
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Falknerlegende Alik vor dem Abmarsch ins Revier














Dies ist wahrhaftig Imagepflege und zugleich eine Investition in die Zukunft: Tausende von Jugendlichen ab dem Kindergartenalter sehen jährlich diese Falknervorführungen, sind fasziniert und lernen ein sonst schwer zugängliches Stück Natur kennen - und auch lieben.



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