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Am 6. Juni d. J. meldete  der Bürgermeister von Arbesbach (Bezirk Zwettel), dass neben Bauernhöfen auf einem Elektrizitätsmasten ein Gänsegeier sitzt.
Zuerst waren wir skeptisch, ob es sich tatsächlich um einen Geier handelt. Als Karl Roitner und ich schließlich in Arbesbach ankamen, mussten wir feststellen, dass der Vogel seinen Platz verlassen hatte, aber einige hundert Meter weiter hoch auf einer Kiefer Platz genommen hat. Zuerst dachten wir, dass es sich um einen entflogenen Vogel handelt und es kein Problem sein wird, ihn mit Futter einzufangen. Als wir Küken und Fleisch auslegten, war keinerlei Reaktion festzustellen. Als wir schließlich näher kamen, flog der Geier auf ein Feld. Er ließ uns auf ca. 50 Meter heran und hob wieder ab. Aus seiner Kondition und Beflogenheit, aber auch dem ganzen Verhalten nach war zu schließen, dass es sich um einen aus der Wildbahn stammenden Geier handeln musste. Als er sich später auf einem Dach niederließ  - das Wetter war sehr ungünstig zum Fliegen – konnten wir auf ca. 40 Meter heran und stellten fest, dass es sich um einen einjährigen Geier handelt, ohne jede Kennzeichnung.



Am nächsten Tag war schließlich gutes Flugwetter, der Geier fing an zu kreisen und verschwand in den Wolken. Höchstwahrscheinlich hat sich der Geier aufgrund der Wetterkapriolen in letzter Zeit verflogen und ist so von seinem Kurs abgekommen – nichts Ungewöhnliches für einen jungen Geier.

Josef Hiebeler



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