von Univ. Doz. DDr. Sigrid Schwenk

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Wer nicht zum ersten Mal zu einer Falknereivorführung auf Schloss Rosenburg kommt, erwartet viel.
Doch das, was in vier Vorstellungen am Pfingstsonntag und -montag zur Falknerei am Hof von Clemens August (1700-1761), Erzbischof und Kurfürst von Köln, geboten wurde, übertraf selbst hochgespannte Erwartungen bei weitem.

Das berühmte Wort des Falkenkaisers Friedrich II von Hohenstaufen „Von der Kunst mit Vögeln zu jagen“ („De arte venandi cum avibus“) wurde sinnenhaft erfahrbare Wirklichkeit. Obwohl das Wetter nicht gerade ideal, ja sogar teilweise drückend schwül war, spielte sich vor den Augen der zahlreichen Zuseher ein barockes Hoffest ab, das Falknerei als Teil der Jagdkunst in höchster Qualität zeigte:

 

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Vom Jagdfrühstück zu Beginn eines Jagdtags über Falkenjungen mit Taubenkorb und Falkencage, Falkner und Falknerinnen zu Fuß und vor allem zu Pferd (die Damen natürlich im schwierigen und gefährlichen Damensitz) bis hin zu fast unglaublich falknerischen Leistungen- etwa die hohe Schule der Federspielarbeit zu Pferd, die rasante Arbeit zweier Koppelfalken vom Pferd aus oder gar der elegante Flug eines Sakerfalken unter dem Falknerpferd hindurch, das Zusammenspiel rassiger, temperamentvoller Falknerpferde, schneller Falknerhunde und trotz Witterung leistungsstarker Falken (ein Zeichen großer falknerischer Abtragekunst) – um nur einiges aus dem einstündigen historischen Vorstellungsteil zu nennen.

Dazu Reitkunst mit feurigen und eleganten Pferden in faszinierender Schönheit und unglaublicher Präzision. Beeindruckend

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die große Barockquadrille am Ende des historischen Teils, herausragend die“ Hohe Schule“, geritten auf einem Menorquinpferd- Darbietungen,die den begeisterten Zusehern den Atem nahmen.
Umrahmt von einer barocken Hofmusikkapelle und französischen Jagdhörnrn in D( den Trompes),
getragen vom überall spürbaren Engagement und Können der Mitwirkenden, die zu falknerischen und reiterlichen Leistungen höchster Qualität führten, bot sich das Abbild einer barocken höfischen Falknerei in bewundernswürdiger historischer Genauigkeit.Angefangen bei den prächtigen Kostümen. Vorwiegend in Blau- Clemens August, ein Wittelsbacher, hatte wie sein Vater, der „Blaue Kurfürst“, blau zur Grundfarbe seiner Hofausstattung gewählt-, über die richtigen barocken Pferderassen mit barockem Geschirr und Sattelzeug, barocke Jagdkutschen verschiedener Ausprägung und eine bis ins Kleinste authentisch wirkende barocke Ausstattung bis hin zur atemberaubenden barocken Falkonier-und Reitkunst.

Den abschließenden Vorführungsteil zur modernen Falknerei und Greifvogelkunde eingeschlossen, waren die Pfingstvorführungen auf Schloss Rosenburg wahrhaftig Öffentlichkeitsarbeit für die Falknerei-und damit füt die Jagd- vom Feinsten.

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Roy Lupton, Josef Hiebeler, EHP Walter Crammer

 

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