Image
Säulenreck


Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich in der Falknerei die herkömmlichen Aufstellgeräten wie Blockjule, Habichtsprenkelrundbogen, Stangenreck usw. bewährt. Das Waller'sche Rundreck war eine neue falknerische und zweckmäßige Bereicherung. Man kann nicht generell darauf bestehen, das ein Habicht auf dem Habichtssprenkel, oder ein Falke nur auf einer Blockjule aufgestellt werden kann. Es kommt immer auf den jeweiligen Charakter des Vogels an. Manchen Vogel kann man auf jedes Aufstellgerät stellen, ein anderer bringt den Falkner fast zur Verzweiflung, weil der Vogel so unruhig ist, sodass ständig die Gefahr besteht, sein Gefieder zu beschädigen.  Selbst auf dem Stangenreck, das zum vorübergehenden Aufstellen in der Nacht, oder für den Vogel, der sich in Jagdkondition befindet und auf seinen Freiflug wartet, verwendet wird. Obwohl das Reck zu den ältesten Aufstellgeräten gehört, können manche Vögel durch ständiges Springen oder ,Reckreiten', ihr Gefieder beschädigen.



Als sehr zweckmäßig und human hat sich das sogenannte Säulenreck erwiesen, eine Reckreiterei gibt es nicht, der Vogel hat kaum eine Möglichkeit sein Gefieder zu beschädigen. Das Säulenreck benötigt den geringsten Platz, ist ein hervorragendes Ausbildungsgerät, wo sich selbst der scheuste Vogel nach kurzer Zeit beruhigt.
Leider findet man in der Falknerei die verwegensten Konstruktionen, die optisch für den Außenstehenden oft einen negativen oder skeptischen Eindruck hervorrufen. Da der Falkner in der Öffentlichkeit immer kritisch betrachtet wird, muss es dem praktizierenden Falkner wert sein, dass seine Aufstellgeräte auch optisch immer einen souverän gepflegten Eindruck vermitteln. Ich habe auf großen Falknertagungen oft schon die übelsten Aufstellgeräte ohne Farbe oder Recks mit Stofffetzen gesehen,  das Schlimmste, auf einer Großtagung in Ungarn, von einem deutschen Falkner - ein Säulenreck aus lauter Autospiralfedern zusammengeschweißt, zwei Meter hoch! Solche Geräte verkörpern nicht gerade die ,edle' Falknerei.

Der Berufsfalkner Josef Hiebeler hat ein sehr praktisches, optisch sehr schönes und perfekt funktionsfähiges Säulenreck im Baukastensystem entwickelt. Es besteht aus einer gedrechselten Holzsäule (15 cm Durchmesser), mit einem verjüngten Stiel, der wiederum in ein genau kalibriertes Rohr passt. Dieses Rohr hat in der Verlängerung einen 22 mm starken Eisenstab, der in weiteres kalibriertes Rohr passt, dass mit einer Bodenplatte und einem Erddorn versehen ist. Das Säulenreck kann in drei Teile zerlegt werden und in den Rasen, in einen Schirmständer oder in ein gebohrtes Loch in einen Betonboden (Kammer od. Raum) gesteckt werden. Durch diese Konstruktion können verschiedene Höhen gewählt werden und, der gesamte Mechanismus kann sich in sich drehen. Durch diese Beweglichkeit kommt auf die Gelenke eines nervösen Vogels wenig Druck.
Der Säulenkörper wird mit einem Teppich guter Qualität ohne Maschen, also bürstenartig, nahtlos überzogen, als Sitz kann man Kokosmatte verwenden. Wer es exklusiver mag, bzw. einen Vogel hat, der es schafft sogar am Teppich Wannengefieder zu beschädigen, was es fallweise gibt, kann das Säulenreck mit fettgegerbtem Leder überziehen.  Somit ist jeder Gefiederschaden auszuschließen. Der Vogel kann an einer stabilen Drahle und einem mini Schraubkarabiner befestigt werden. Wer auf die Anbindung über die Langfessel Wert legt, kann den Säulenkörper durchbohren, wobei in die Bohrung der Holzsäule ein glattes Kunststoffrohr eingepasst wird, um die Langfessel leicht durchgleiten zu lassen und so am Ende befestigt werden kann.


Anmerkung: Einen Bauplan mit Maßen vom Säulenreck gibt's übrigens hier.



Go to top