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Aplomado Falke (c) Peregrine Fund


Während meines Aufenthaltes in Kearney/Nebraska anläßlich der IAF AGM 2006 hatte ich unter anderem das besondere Privileg einige außergewöhnliche Falkner kennenzulernen. Ein absolutes Zuschauermagnet war ein Falkner der mit einem Aplomado Falken beizte. Leider konnte dieser wunderschöne kleine Falke an diesem Tag, abgesehen von zwei Heuschrecken, keinen Jagderfolg verbuchen. Wir mußten uns mit der Beobachtung von einigen Flügen aus der freien Folge, die dafür aus nächster Nähe anzusehen waren, begnügen.


Nach einem weiteren kurzen Vormittagsausflug mit einem Coopers-Hawk hatte ich dann die besondere Gelegenheit mit dem bekannten Longwinger Shawn Hayes aus Kalifornien mitzugehen. Was ich bei diesen drei Ausflügen erleben durfte, übertraf - ehrlich gestanden - meine Erwartungen. Shawn flog zwei GerXWander Terzel (1x dunkel & 1x hell) im klassischen hohen Flug auf Prairie Chicken und Enten. Der dunkle GerXWander war mit Sicherheit einer der besten Falken, die ich bis jetzt gesehen hatte. Die Geschwindigkeit und die engen Kreise mit der dieser Vogel eine nahezu unglaubliche Anwarthöhe erreichte, war für die 'alten Hasen' der anwesenden Zuschauer 'bemerkenswert' und für mich einfach nur unglaublich. Shawn bewies seine Meisterklasse auch dadurch, daß er trotz Windstille die fast unmerklichen Luftbewegungen ausnutze und sich selbst und seinen Falken perfekt positionierte - wohlgemerkt das Ganze ohne Vorstehhund, sondern nur auf Sicht der zuvor eingefallenen Prairie Chicken. Das Hochmachen der Beute erfolgte durch kurzes Hinlaufen und der anschließende perfekte Steilstoß endete fast schon erwartungsgemäß erfolgreich.

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Coopers-Hawk

Es war mein Glück, daß ich einen Tag länger bleiben mußte, weil ich keinen frühreren Rückflug bekommen hatte. So hatte ich noch einmal die Gelegenheit mit Shawn auf die morgendliche Entenbeize zu mitzugehen und ein bißchen Zeit mit ihm zu verbringen. Auch sein zweiter Falke enttäuschte nicht: extrem schnelles Erreichen der perfekten Anwartehöhe (500+ Meter) und ein fehlerfreier, vertikaler und erfolgreicher Steilstoß, den ich diesmal aus allernächster Nähe beobachten durfte - Ente gut, alles gut ... hätte ich fast gesagt.

Shawn Hayes ist in seinem 'richtigen Leben' Rodeo-Clown. Für Uneingeweihte: das sind die mutigen Jungs die (meist verkleidet) den Stier ablenken, damit dieser den zuvor abgeworfenen Reiter nicht auf die Hörner nimmt.  Also etwas für harte Jungs mit starken Nerven! Drei bis vier Monate im Jahr widmet er ganz seiner Beizleidenschaft und reist mit seinen beiden Falken in die besten Jagdgebiete der USA um dort vornehmlich Grouse (Sage Grouse, Prairie Chicken) und Enten zu beizen. Image

Es war mir eine absolute Ehre, nicht nur einen Meisterfalkner, der in Sachen Kompetenz, Bescheidenheit und Freundlichkeit seinesgleichen sucht, kennenzulernen, sondern auch eine hoffentlich langandauernde Freundschaft zu schließen!

Christian Habich



Bemerkung: Ein ausführlicher Bericht über die IAF AGM 2006 mit interessanten Details folgt in der nächsten Ausgabe des Falkenblick (Februar/März).

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Shawn Hayes
Erfolgreicher Jagdflug

 

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