von Shawn Hayes, USA
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Nach der NAFA Tagung in Kearney, Nebraska, fuhr ich in eine Gegend, die ca. zwei Stunden nördlich vom Tagungsort lag.  Während der Tagung war das Wetter zwar schön, jedoch ein bißchen zu warm im Vergleich zum normalen Flugwetter
meiner Falken.
Nachdem ich zwei Tage lang die neue Gegend erkundet hatte, fand ich drei Felder mit einer guten Anzahl von Prairiechicken. Ich saß also gleich am nächsten Morgen am Rande eines Feldes, in welches die Hühner zur Futtersuche einfielen – pünktlich auf die Minute - genauso wie sie es gestern getan hatten. Wenn das Wetter kalt genug ist, erfolgt der Einfall der Hühner von den umliegenden Sandhügeln viel berechenbarer.
Ich hatte mich diesmal für meinen im fünften Flug stehenden GerXWanderterzel 'Bogey' entschieden, der Prairiehühner beizen konnte, wie es eben nur ein Hybrid  zustande bringt. An diesem Morgen fielen über 100 Prairiehühner ein.

Bogey hatte seine beiden Marshall Sender bereits montiert. Ich wartete noch ein paar Minuten, damit sich die eingefallenen Hühner beruhigten und um mir zu überlegen, wo genau ich diese schlußendlich hochmachen würde. Dann ließ
ich Bogey fliegen und er stieg weit in Lee, so als ob er davonfliegen wollte.
Ich beobachtete ihn im Fernglas, bis er sich endlich entschied umzudrehen und wieder in meine Richtung zu fliegen. Er stieg noch immer in sehr engen Kreisen nach oben und war  gegen einen ca. 30km/h starken Wind auf dem Weg zurück. Selbst im Glas war er  nur sehr schwer auszumachen. Ich behielt ihn im Glas, während ich langsam auf die Hühner zuging, die nur
mehr 25 Meter entfernt vor mir lagen.

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'Bogey' auf seiner wohlverdienten Beute


Bogey war genau über mir und schlug noch immer kräftig mit den Flügeln um Höhe zu gewinnen. Mit  etwas schnelleren Schritten ging ich die letzten Meter auf die Hühner zu und machte diese hoch. Sofort schaute ich nach oben, konnte aber Bogey nicht finden. Nach ein paar weiteren Schritten 'explodierten' nochmals 5 Hühner aus dem abgeernteten Maisfeld und flogen
eine kurze Strecke gegen den Wind. Da die Hühner nun einen Haken schlugen und jetzt quer zum Wind flogen wußte ich, daß Bogey bereits in den Steilstoß übergegangen war. Ein paar Augenblicke später sah ich Bogey im Angriffsflug auf drei Hühner, die eine Spur zu früh abgebogen waren und sich etwas außerhalb der Gruppe befanden. Er schlug ein Huhn sehr hart an und steilte sofort nochmals  auf.  Das Prairiehuhn war definitiv angeschlagen und Bogey fing es schlußendlich nach kurzer Distanz.

Ich ging zu ihm hinüber, während er auf seiner Beute stand und bog die kleinen trockenen Sträucher etwas zur Seite, damit er seinen Jagderfolg auch genießen konnte. Dann setzte ich mich hin und dankte dem Falknergott für das besondere Privileg, einen so tollen Anwartervogel zu besitzen und dieses beeindruckende Naturschauspiel erlebt haben zu dürfen.

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