Am 10.12 war wieder ein Stehtag.
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Am 11.12 warf ich meinen Falken auf einen kleinen Schwarm Krähen. Hally barry griff sofort an und machte einige Stöße auf eine einzelne Krähe, die sich aber in eine Deckung retten konnte. Die anderen Krähen sammelten sich inzwischen in einer kleinen Baumgruppe. Mein Falke erblickte dies und jagte sofort dorthin und begann anzuwarten. Ich eilte mit meinen Auto ebenfalls dorthin, was ohne Allrad bei diesen weichen Feldwegen nicht möglich gewesen wäre. Als ich ausstieg, um die Krähen herauszuscheuchen, sah ich meinen Falken schon nach einer stoßen.
Diese versuchte sich bei einen Bauernhof im Stall zu verstecken. Ich wusste nicht, dass dies ein Biohof für Hühnereier war. Als ich meinen Falken nicht mehr sah, fuhr ich dorthin. Es hatte sich das ereignet was ich befürchtete. Mein Falke war im Stall, der Bauer vor dem Stall. Ich eilte zu ihm, um ihn zu fragen, ob er meinen Falken gesehen hätte. Der sagte nur, es muss etwas im Stall sein (wahrscheinlich ein Fuchs). Ich bat ihn, nachzusehen, ob nicht doch mein Falke drinnen sei. Nach kurzer Zeit kam er heraus und sagte, dass ein Vogel drinnen sitze. Ich ging hinein und sah Hally barry auf einem Vorsprung einer Wand sitzen. In diesem Stall befanden ca. 2000 Hühner. Man kann sich vorstellen, was das für ein Tubel war. Mein Falke hatte weder ein Huhn noch die Krähe gefangen, sondern war ganz verdutz und erschrocken. Er reagierte bei diesen schlechten Lichtverhältnissen auch nicht auf die Faust oder das Federspiel, sondern flog einige Runden in diesem Stall, was das Hühnervolk noch mehr erschreckte.


Man bekam durch den aufgewirbelten Staub fast keine Luft. Nach einiger Zeit gelang es mir doch, meinen Falken auf das Federspiel herunterzulocken. Der Bauer war froh, dass ich meinen Vogel wieder hatte und die Hühner beruhigten sich langsam wieder. Es war ein überaus freundlicher Bauer. Nun hielt er Nachschau, wie viele Hühner tot seien. Er kam heraus und sagte, dass er kein totes Huhn fand. Wir unterhielten uns noch einige Zeit, wobei er äußerte, dass er erst am nächsten Tag sehe, ob mein Falke bei ihm einen Schaden angerichtet hätte. Ich teilte ihm mit, dass mein Vogel sowieso mit der Jagdkarte mitversichert sei und ich außerdem noch eine Zusatzversicherung hätte, die eine Schadenssumme bis 700.000 Euro hätte. Daraufhin war er sehr beruhigt. Wir tauschten unsere Namen  und Telfonnummern aus, wobei er sagte, wenn er keinen Schaden hätte, würde er mich nicht anrufen. Am nächsten Tag hielt ich es am Nachmittag nicht mehr aus und ich rief ihn an. Er teilte mir mit, dass er kein totes Huhn gefunden hätte und auch die Hühner ganz normal Eier gelegt hätten (Befürchtung vor Windeiern ohne oder nur mit weicher Schale) und somit kein Schaden entstanden sei. Ich bedankte mich nochmals bei ihm. In nächster Zeit werde ich dieses Gebiet mit meinen Krähenfalken wahrscheinlich meiden. Man sieht wieder einmal, dass auch immer wieder etwas außergewöhnliches vorfallen kann, mit dem man nicht rechnet.      
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Am 12.12. fuhr ich mit meinem Falken hinaus und machte ein kurzes Federspieltraining, er bekam eine halbe Taubenbrust mit Flügel.

Am 13. 12 war ein sehr windiger Tag. Ich konnte einen kleinen Krähenschwarm ausmachen.
Es war aber nicht möglich, den Falken vom Auto aus zu werfen, da die Krähen sich dann in einen Wald retten könnten. So musste ich den Falken von der Faust aus hinter einer Siedlung anjagen lassen. Die Krähen flüchteten genau dorthin, wo ich wollte, in einen kleinen Obstgarten mit einigen hohen Birnbäumen. Ich eilte zu meinem Auto, um die Verfolgung aufzunehmen. Natürlich dauerte es einige Zeit, bis ich dort angelangt war. Hally barry stand etwa 80 Metern über den Bäumen. Als ich langsam auf die Krähen zuging, wurden die ersten unruhig und versuchten aus den Bäumen zu fliegen. Mein Falke machte mit enormer Geschwindigkeit einige Scheinangriffe. Dies war natürlich wunderschön anzusehen, deshalb hatte ich auch keine Eile, sie schnell herauszutreiben. Jetzt war ich natürlich auch schon sehr nahe bei den verängstigten Krähen. Jetzt entschloss ich mich mit meiner Ratsche die Krähen herauszutreiben, mein Falke setze zu einem gewaltigen Stoß aus etwa 50 Metern an, die Krähen flogen heraus und sie band bei diesem ersten ernstgemeinten Stoß gleich eine, trug sie zu Boden und nickte sie ab. Sie bekam die nötige Ration an Atzung (Kopf, Herz, Leber und eine Brusthälfte) da ich am nächsten Tag auch jagen möchte. Bei diesem Jagdflug sah ich wiedereinmal, wie überlegen bei solch starkem Wind ein gut beflogener Wanderfalke den Krähen  ist.

Am 14.12. fuhr ins Revier und fand auch gleich einen Krähenschwarm von 20 bis 30 Stück. Ich ließ meinen Falken aus etwa 150 Metern anjagen. Sie überstieg die Krähen und zwang sie so in eine kleine Buschreihe mit einem größeren Baum. Dor ließ ich sie einige Zeit anwarten,
dann ging ich langsam auf die Krähen zu, die immer unruhiger wurden. Der Falke machte einige Scheinangriffe, ich war in der Zwischenzeit auch sehr nahe an dieser Buschreihe herangekommen, sodass ich sie nun heraustreiben konnte. Es dauerte nur drei oder vier Stöße und sie hatte auch schon eine Nebelkrähe gebunden. Sie bekam einen fast vollen Kropf.
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Am 15.12. war wieder ein Stehtag angesagt.

Am 16.12 hatte ich eine gute Chance, es waren sehr viel Krähen auf einen Acker, wo der Mais erst kurz vorher geerntet wurde. Anschließend an diesen Acker waren einige kleine Obstbäume. Dorthin hatte der Falke die Krähen hineingetrieben und wartete, bis ich in der Nähe war, um sie herauszutreiben. Es kam ein sehr schneller Stoß. Diesmal schlug der Falke die Krähe zu Boden, wo sie bewusstlos oder tot liegen blieb und sich der Falke kazickend auf die Krähe stellte. Sie bekam einen vollen Kropf. Alfred Rothleitner und ich fahren am 17. 12 ins Revier nach Niederösterreich, um mit unseren Anwarterfalken noch einige Fasane zu beizen, bevor wir sie in die Kammer stellen.

Am 18.12. vormittags fuhr ich mit meinen Falken und einem befreundenten Jäger meines Jagdpächters in Niederösterreich in sein Revier. Er erzählte mir von einem Kompostplatz in seinem Revier, wo sehr viel Krähen sind. Dort angekommen sah ich die idealen Bedingungen für meinen Falken, jede Menge Krähen und nur einige Bäume. Ich ließ den Falken sehr weit anjagen, die Krähen flüchteten zuerst in die Höhe, aber fielen dann wie Steine vom Himmel in die Deckung, da der Falke sie bald eingeholt hatte. Nun war es ein leichtes Spiel, dort eine zu beizen. Der Jäger war begeistert von diesem herrlichen Flug. Er hatte in seinem Leben so etwas noch nie gesehen, dass sich Krähen vor einem Greifvogel so fürchteten, denn er kannte das Spiel nur umgekehrt, dass die Krähen einen Greifvogel jagen. Er war auch spontan bereit, mich die nächsten Tage in seinem Revier auf Krähen jagen zu lassen. Dies war für mich natürlich eine gute Gelegenheit, da ich nicht viel herumfahren musste, um eine gute Chance zu bekommen.
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Die nächsten vier Tage jagte ich nur bei diesem Kompostplatz und brauchte nur 1 Chance jeden Tag um so einen Schwarzrock zu erbeuten. Die Flüge waren eigentlich immer ziemlich gleich , deshalb werde ich sie auch nicht näher erläutern.

Am 22.12. war wieder eine Jagd zu Hause angesagt. Mein Falke war durch diese ständigen Erfolge jedoch in der Kondition zu hoch geraten, dass er zwar zwei schöne Jagdflüge zeigte, einige Krähen auch anschlug oder in der Luft band, jedoch bevor er sie am Boden landete, wieder losließ. Dies veranlasste mich, einen Stehtag einzuschalten.

Am 23.12. war mein Falke sehr zornig und scharf. Ich warf ihn auf einige Krähen im freien Gelände. Er griff sofort an, überstieg die Krähen, machte drei Stöße und band sie hoch in der Luft. Dies zeigte mir, dass mein Falke eigentlich mit über 1000 Gramm zu hoch ist, weil er mit einem so hohen Gewicht die Krähe im freien Luftraum nicht so hart bedrängte wie bei diesem Flug.

Am 24.12. warf ich Hally barry auf eine schlechte Chance, dies quittierte sie mir sofort, indem sie einen kleinen Stadttaubenschwarm anjagte, der in ca. 150 Meter Entfernung und 80 Metern Höhe vorbeiflog. Dies alles entzog sich meiner Sicht, ich wartete noch ca. 10 Minuten, aber mein Falke tauchte nicht mehr auf. Daraufhin beschloss ich, ihn mit dem Empfänger zu suchen.
Ich hatte nur ein schwaches Signal  in die Richtung, wohin er die Tauben verfolgte. Nach einigen Suchen und in etwa 2 km. Entfernung fand ich meinen Falken in einer Wohnsiedlung auf der geschlagenen Stadttaube. Er hatte sie nur gerupft und den Kopf gekröpft. Ich nahm meinen Falken auf und verkappte ihn. Nach etwa zwei Stunden musste er auf das Federspiel etwa 10 Durchgänge fliegen, bevor er es zum Binden bekam. Darauf gab es einen vollen Kropf Wachtel.
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Am 25.12 war kein Jagdtag.

Am 26.12. fuhr ich in die Steiermark zu meinen Freunden Staller Martin und Forcher Franz, der mit einem Habichtsterzel auf Krähen jagt. Staller Martin fliegt ein kleines Wanderfalkenweib. Er hatte die erste Chance, die sein Falke auch sofort verwertete. Es ist mir aufgefallen, dass mein Falke in der Horizontalen und im Steigflug schneller ist. Beim heraustreiben der eingefallenen Krähen ist Martins Falke viel wendiger als meiner, was sich bei der Jagd als effizienter erweist, falls man so etwas überhaupt sagen kann, denn auch mein Falke fing eine Krähe in einem sehr schönen Stil. Was will man mehr als mit Beute nach Hause gehen. Der Habicht von Franz zeigte einige wunderschöne Jagdflüge auf Krähen, konnte aber keine fangen, da er ihm nur sehr weite Chancen gab, die wie ich selbst weiß sehr selten zum Erfolg führen.

Am 27.12 bekam mein Falke einen Stehtag.

Am 28.12. war Dolfi Kandler mit seinem Krähenhabicht bei Gero Steinacher und wir machten am Nachmittag eine Krähenjagd. Dolfis Habicht hatte einen schönen Flug, konnte die Krähe jedoch nicht fangen. Ich hatte an diesem Tag keine Chance. Mein Falke bekam nur wenig Atzung.

Am 29.12. war ich wieder bei meinen Freunden in der Steiermark. Mein Falke fing beim ersten Flug gleich eine Krähe. Ich entschloss mich, diese Krähe abzunehmen und später einen weiteren Flug zu versuchen. Franz hatte mit seinem Habicht inzwischen einige Flüge, konnte jedoch keine binden. Dann hatte Martin mit seinem Falken eine Chance, die er auch verwertete. Ca. 1 Stunde später hatte ich erneut eine Chance, die mein Falke auch sofort anjagte und über den Büschen hoch anwartete. Als wir die Krähen heraustrieben sahen wir, dass zwei Krähen in den Schwingen einige weiße Federn hatten. Dies war natürlich für meinen Falken ein Auslöser, dass er nur diese jagte und die anderen gar nicht mehr anschaute. Nach einigen Stößen gelang es dem Falken ,die Krähe niederzuschlagen, diese war jedoch nur für eine ganz kurze Zeit benommen und kam beim erneuten Angriff meines Falken gerade auf ihn zu. Der Falke band die Krähe nun frontal. Als ich meinen Falken auf die Faust nahm, untersuchten wir die Krähe, sie hatte sehr viel leicht eingefärbte Federn in den Wannen und Pennen. Mein Falke bekam einen halben Kropf. Später konnte auch Franz mit seinem Habicht in einem sehr schönen Flug eine Krähe zur Strecke Bringen.
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Am 30 und 31.12. konnte ich mit Hally Berry jeweils eine Krähe aus einem Standardflug erbeuten.

Am 1.1.2008 hatte ich mit meinen Falken wieder einen sehr schönen und hohen Flug auf die eingefallenen Krähen, wobei sie beim dritten oder vierten Angriff eine binden konnte.

Dies war der letzte Jagdtag mit meinem Falken. Ich flog ihn noch einige Tage auf das Federspiel und gab ihr immer eine frische Taube zum Kröpfen. Jetzt wird sie noch einige Tage hinaufgefüttert und dann kommt sie in die Voliere zu ihrem Terzel.

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