Viele Adlerfalkner und solche die es gerne werden wollen, träumen von den unglaublichen Weiten der Steppen Asiens. Nur ganz wenige haben den weiten beschwerlichen Weg dorthin auf sich genommen und die Anzahl der westlichen Falkner, die über viele Monate bei den  Nomaden in Kasachstan und in den Ausläufern des Altai-Gebirges in die Lehre gegangen sind, lässt sich auf einer Hand abzählen.

Die uralte Kunst Wildfänge zu perfekten Jagdadlern abzutragen und Adlernestlinge zu Jagdgefährten ohne Agression zu formen, stammt bekanntlich aus den Steppengebieten rund um das Altai Gebirge und wird dort in entlegenen Gebieten, fernab von jeglichem Tourismus noch immer praktiziert. Die Kunst wird, wie zu Urzeiten, innerhalb der Familie von Generation zu Generation weitergegeben und kann noch immer als die Wiege der Adlerfalknerei angesehen werden.

 

Vor einigen Jahren habe ich eine junge Amerikanerin getroffen, die von Adlern und der Adlerfalknerei fasziniert war. Lauren McGough aus Oklahoma, USA, scheute (ganz im Gegensatz zu vielen anderen jungen 'angehenden Falknern' heutzutage) keine Mühe und Distanzen, Kapazitäten wie Josef Hiebeler, Roy Lupton oder den Schotten Neil Hunter aufzusuchen und mit ihrer unaufdringlichen, bescheidenen und netten Art zu lernen und alles Wissen über Adler nahezu aufzusaugen.

Lauren ist erst 23 Jahre alt und erhielt ihre US Falknerlizenz bereits mit 14 Jahren. Sie graduierte vor einem Jahr in den Fächern Biologie und Internationale Beziehungen und ist auf dem Weg sich auf das Fach Greifvogelbiologie zu spezialisieren. Trotz ihres jungen Alters und das in den letzten Jahren erworbene Wissen über Adlerfalknerei, welches sowieso bereits weit über das übliche hinausgeht, entschloss sich Lauren selbst und allein in das Altai Gebirge zu reisen, um dort über ein ganzes Jahr bei einem Adlerfalkner in einer Nomadenfamilie in die Lehre zu gehen - zurück zum Ursprung!

Der ÖFB möchte sich an dieser Stelle bereits vorab bei Lauren bedanken, dass Sie ihre Erfahrungen dieses Lehrjahres mit den österreichischen Falknern teilt:

Teil 1: Die Anreise und wie ich meine neue Familie fand.

Teil 2: Ich bin verliebt!

Teil 3: Mein erster Fuchs!

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