von Walter H. Gnigler

Bei mehreren Habichten wurde in den letzten Wochen eine Infektion beobachtet, da nach wenigen Tagen zum Tod der Vögel führte.  Erste Symptome waren Mattigkeit, vermehrte Wasseraufnahme und leichte Koordinationsstörungen. In weiterer Folge verstärkten sich die Koordinationsstörungen so weit, dass die Vögel nicht mehr stehen konnten und selbständig kein Futter mehr aufnehmen konnten. Der Tod trat nach 3 bis 8 Tagen ein.

Auf Grund des Ausschlusses anderer Ursachen, ist anzunehmen, dass es sich hier um Infektionen mit dem West-Nile-Virus handelt.


Das Virus wird durch bestimmte Mücken übertragen. Diese Krankheit wurde meines Wissens in Österreich noch nie nachgewiesen. In den USA sind in den letzten Jahren zehntausende Greifvögel (darunter viele Beizvögel) an West-Nile verendet. Das ist auch der Grund, wesshalb den amerikanischen Falknern empfohlen wird, Vorbeugungsmaßnahmen gegen diese Krankheit zu ergreifen.
 
Aus derzeitiger Sicht empfehle ich, alles zu unternehmen, um unsere Vögel vor Insektenstichen zu schützen. Als Maßnahmen wären zu nennen:
 
--- Vögel während der Nacht in geschlossene Räume stellen
 
--- Gelsenvermehrung eindämmen (Regentonnen, Badebrenten...)
 
--- Gelsenfangapparate (Lichtfallen) und Gelsenstecker einsetzen
 
Unklare Todesfälle von Greifvögeln und Rabenvögeln sollten einer Untersuchung unterzogen werden. Die Untersuchung ist wahrscheinlich kostenfrei für den Überbringer. Es gibt keine erfolgversprechende Behandlung von erkrankten Greifvögeln. Die Krankheit ist nicht anzeigepflichtig. Es gibt keinen für Greifvögel zugelassenen Impfstoff gegen diese Krankheit. In USA verwenden die Falkner einen Pferdeimpfstoff um ihre Vögel zu schützen.

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