Prof. Thomas RichterGemeinsam mit dem Institut für Tierhaltung und Tierschutz und dem Österreichischen Falknerbund wurde unter Leitung und Organisation von ÖFB-Präsident Dr. Harald Barsch die allererste Fachtagung zu diesem Themenkreis im Festsaal der Vet. Med. Universität Wien abgehalten.
Mein besonderer Dank gilt Herrn Univ. Prof. Dr. Josef Troxler, Vorstand des Instituts für Tierhaltung und Tierschutz, für die Ermöglichung dieser Tagung auf akademischem Boden!

Anstoss war die Verbreitung einer Veröffentlichung ganz persönlicher Ansichten zur Falknerei und falknerischer Greifvogelhaltung eines bekannten und in Fachkreisen, sogar von einigen Falknern, anerkannten Spezialisten für Greifvögel. Obwohl der Verfasser selbst nie mit der Ausübung der Falknerei befasst war, sind seine Aussagen zu dieser Thematik von althergebrachten Vorurteilen, die längst widerlegt sind und unsachlichen Unterstellungen geprägt.
Dieses „Gutachten“ - in Wahrheit eine sehr subjektive Meinungsäusserung, fand unverständlicherweise bei den Veterinärbehörden als „Arbeitsunterlage“ Eingang und führte zu grosser Verunsicherung der Amtstierärzte, die mit der Beurteilung von Greifvogelhaltungen befasst sind.
Was lag näher, als anerkannte Experten auf dem Gebiet der Greifvogelhaltung und Falknerei, vor allem  aus dem universitären Bereich, mit jahrzehntelanger Erfahrung als Referenten zu gewinnen:


Prof. Dr. Michael Lierz - Universität Giessen, Akad. Dir. Dr. Norbert Kummerfeld -Tierärztliche Hochschule Hannover, Prof. Dr. Thomas Richter - Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen, Tierärztin Dr. Susanne Hartmann - Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (D)
Ihre interessanten und praxisnahen Vorträge spannten den Bogen von Greifvogelhaltung über Krankheiten bis hin zur Verhaltenskunde.
Im zweiten Teil referierte DDr. Holger Herbrüggen über juristische Aspekte, Dr. Sabine Hille vom Institut für Wildbiologie an der BOKU über nicht alltägliche praktische Einsatzbereiche von falknerisch abgetragenen Greifvögel und Mag. Christian Habich vom Österreichischen Falknerbund über die Praxis des Abtragens eines Jungvogels. Allen Referenten einen herzlichen Dank für ihre spannenden Beiträge!

 

130 Tagungsteilnehmer, darunter sehr viele beamtete Tierärzte und Tierärztinnen, Tierschutzombudsleute, Zoofachleute bis hin zum praktischen Falkner folgten mit regem Interesse den Ausführungen und beteiligten sich sehr lebhaft an der Diskussion. Es zeigte sich, dass bei uns noch viel Aufklärung und Wissensaneignung  über Grundsätzliches in der Greifvogelhaltung erforderlich ist.

Offene Fragen werden in Zukunft  gemeinsam mit anerkannten Fachexperten zu diskutieren sein, ideologische Ausrichtungen, aus welchen Kreis auch immer bringen uns nicht weiter.
Die Tagung war ein erster Schritt in diese Richtung, letztlich müssen Entscheidungen auf vorurteilsfreier Basis und wissenschaftlich fundierten Fakten, zum Wohle der von uns gehaltenen Greifvögel getroffen werden.

 


Dr. Harald Barsch
Präsident des ÖFB

 

 

 

Liste der Vorträge (zum Herunterladen der Vorträge im Kurzformat bitte Anklicken)

 

Prof.Dr. Michael Lierz - "Programm zur tierärztlichen Vorbeugung, Behandlung und Ernährung von gehaltenen Greifvögeln"

 

Akad. Dir.Dr. Norbert Kummerfeld - "Aufnahme und Rehabilitation von aufgefundenen Greifvögeln und Eulen unter den Ansprüchen des Tierschutzes"

 

Prof.Dr. Thomas Richter - "Biologische insbesondere ethologische Grundlagen der Haltung und des Trainings von Greifvögeln"

 

Dr. Susanne Hartmann - "Anforderungen an die Greifvogelhaltung, die unterschiedlichen Haltungsverfahren"

 

DDr. Holger Herbrüggen - "Rechtliche Aspekte der Greifvogelhaltung"

 

Dr. Sabine Hille - "Interessante Einsatzmöglichkeiten von Beizvögeln – Helfer des Menschen im Siedlungsraum und in der Wirtschaftslandschaft"

 

Mag. Christian Habich - "Falknerisches Abtragen - einst und jetzt."

 

 

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