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Am Wegesrand: Ein Geier ist bereits tot.


von Mag. Christian Habich

 Für viele Greifvogel-Liebhaber und Falkner hierzulande völlig unbemerkt, spielt sich seit einigen Jahren in Indien, Nepal und Pakistan ein Tragödie großen Ausmaßes ab. Der Bestand des Weißrückengeiers (Gyps bengalesis, G. tenuirostris, G. indicus eines nahen Verwandten des Gänsegeiers) ist in den letzten Jahren um mehr als 97 % (!) zurückgegangen – die Geier sterben dahin wie die sprichwörtlichen Fliegen.
Hauptverursacher des Massensterbens ist das aus der Humanmedizin stammende entzündungshemmende Mittel Diclofenac, das seit den 90er Jahren in Indien, Pakistan und Nepal auch in der Tiermedizin eingesetzt wird – vor allem bei Rindern, die an Fieber und Entzündungen aller Art erkranken. Rinder sind in diesen Ländern wichtige Arbeitstiere, gegessen wird Rindfleisch kaum. Verenden nun Rinder, die mit Diclofenac behandelt wurden, werden ihre Kadaver von Geiern entsorgt, die den für sie toxischen Wirkstoff aufnehmen. Die Tiere leiden in kürzester Zeit an gichtähnlichen  Symptome und sterben schließlich an Nierenversagen. 

 

Auffangsstation
Weißrückengeier
Einige Naturschutzorganisationen (NABU, RSPB) unternehmen bereits Anstrengungen, die in Richtung Zucht und Auswilderung gehen. Wie Falkner wissen, sind Zuchtprojekte jedoch eine eher längerfristige Geschichte. Der bekannte englischer Falkner und leidenschaftliche Paragleiter Scott Mason, der in Pokhara, Nepal eine Greifvogelauffangstation betreibt, möchte nun einen Versuch starten, mit sogenannten „Geier-Restaurants” um die lokale Population zu stabilisieren. Die Geier werden durch gezielte Fütterung immer an der gleichen Stelle mit gesunder, Diclofenac freier Nahrung versorgt – eine bewährte Methode auch in Oberitalien (Mönchsgeier), wenn auch eher zu touristischen Zwecken.
 
Auf dem Weg zurück
in die Freiheit
Auf Initiative von Mag. Christian Habich hat sich der ÖFB entschlossen, einen Versuch zu starten, das Projekt von Scott Mason zu unterstützen. Als Falkner sind wir in erster Linie auch Greifvogelschützer und hoffen in dieser Sache auch ganz stark auf die Unterstützung durch die IAF und den CIC. Scott Mason benötigt für die Realisierung seines Projektes ein Jahresbudget von ca. $ 25.000. ÖFB-Mitglieder bzw. auch Nichtmitglieder die sich persönlich mit einer (möglichst großen) Spende beteiligen möchten, bitten wir um ein kurzes Email an info@falknerbund.com. 


  


 

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