Falkentagebuch 15.07.2012


In der KW 28 hat sich Einiges beim  Auswilderungsprojekt von ÖFB und AVE getan. Die drei Wanderfalken waren mehrmals am Standort zu sehen, was wiederum mit ihrem natürlichen Habitat zu tun hat.

Zum ersten mal wurde der Wanderfalke von Marmaduke Tunstall, einem englischen Ornithologe und Sammler (1743; † 11. Oktober 1790), 1771 beschrieben. In Großbritannien ist die Vogelbeobachtung seit jeher ein populärer und weitverbreiteter Volkssport. Auch heute noch wird das „Bird Watching“ von vielen Menschen als Hobby betrieben. Bei einem internationalen Kolloquium zum Thema Wanderfalkenprojekte lernte ich vor Jahren einen Briten kennen der diesem Hobby sehr professionell, fast täglich nachging. Unbeschreiblich wie viel Zeit hier investiert wird um eine Populationserhebung mittels Beobachtung per Fernglas vorzunehmen.

Der mitteleuropäische Wanderfalke (Falco peregrinus peregrinus) ist hauptsächlich, wie sein Name bereits beschreibt, im Großraum Mitteleuropa beheimatet. Aber auch in osteuropäischen Ländern und in den Weiten Russlands ist dieser Greifvogel zu finden und gehört dort auch zum natürlichen Greifvogelbestand. Die Familie der Falkenartigen (Falconidae) sowie die Gattung der Falken (Falco) ist dagegen fast weltweit anzutreffen.

Weitere Vertreter sind der

Falco peregrinus anatum – Nordamerika
Falco peregrinus brookei – Südeuropa
Falco peregrinus cassini - Südamerika
Falco peregrinus japonensis - Japan
Falco peregrinus leucogenys - Sibirien
Falco peregrinos brookei - Iberische Halbinsel
Falco peregrinus peregrinus - Osteuropa bis Nordrussland
Falco peregrinus minor - Südafrika
Falco peregrinus macropus - Australien
Falco peregrinus peregrinator – China, Indien


Bis auf die tropischen Regenwälder und dem ewigen Eis der Polargebiete ist der Wanderfalke in weiten Teilen der Welt verbreitet. Er ist mit seinen zahlreichen Unterarten sowohl in Europa, Asien, Afrika, Australien als auch in Nord-, Mittel- und Südamerika anzutreffen. In der südlichen Arktis gilt der Wanderfalke als Standvogel, was eine Besonderheit den klimatischen Extremen betreffend darstellt.
In nördlichen Verbreitungsgebieten ist er Strich- oder Zugvogel. Bei den Zugvögeln liegen die Brutgebiete und Winterquartiere räumlich voneinander deutlich getrennt. Europäische Populationen ziehen zumeist nach Afrika. Hier überwintern sie in der Regel südlich der Sahara. Die nordasiatischen Vögel überwintern in Südostasien.

Die nordamerikanischen Populationen wandern im Herbst nach Südamerika, insbesondere nach Argentinien und Chile.

Der Mitteleuropäische Wanderfalke lebt bevorzugt in offenen Lebensräumen. Man findet die Vögel in der Heide, der Tundra, in Trockensteppen und an den Rändern lichter Wälder. Auch in Gebirgsregionen sind sie nicht selten anzutreffen. Eher selten sind Wanderfalken in Küstenregionen verbreitet. In Höhenlagen kommen sie in Höhen von bis zu 3.500 Metern vor. Die bevorzugten Nistplätze liegen auf Klippen und in Felsspalten. In der Nähe menschlicher Siedlungen werden auch Nistplätze in Ruinen oder in Kirchtürmen oder ähnlich hoch gelegenen Plätzen angenommen. Hier wäre im Besonderen der Turmfalke erwähnt der als typischer Kulturfolger immer wieder in der Nähe des Menschen wiederzufinden ist.

Zu erkennen ist der Wanderfalke als größter heimischer Falke im Flug an seinen langen, spitzen Schwingen, dem verhältnismäßig kurzen, im Streckenflug deutlich verjüngten Stoß.

Die drei Wanderfalken, die im Kooperationsprojekt des Österreichischen Falknerbundes zusammen mit dem Unternehmen AVE ausgewildert wurden, weisen eine Körperlänge von 40-48 cm, eine Spannweite von 94-112 cm und ein Gewicht von 520-740 g (Männchen) und 840-1100 g (Weibchen) auf.

Das bevorzugte Jagdgebiet des Falco peregrinus peregrinus ist hier das offene Gelände. Als Jäger des freien Luftraumes jagt er aus dem hohen, kreisenden Suchflug heraus ausschließlich Flugwild (Tauben, Drossel). Durch einen schnellen Flachstoß oder typischen Steilstoß, bei dem er eine Geschwindigkeit von ca. 300 km/h erreichen kann, schlägt er die Beute in der Luft.

Sichtungen KW 28

Montag 09.07
Drei Wanderfalken sind beim nachmittäglichen Futtern anwesend, zwei sitzen direkt am Balkon des Kobels, ein Falke kreist über der Anlage und kündigt meine Ankunft mit Schreien an

Dienstag 10.07
Alle drei Falken sind sichtbar

Mittwoch 11.07
Keine Fütterung

Donnerstag 12.07
Ein Falke befindet sich am Standort und schwingt sich nach meinem Eintreffen ab

Freitag 13.07
Ein Wanderfalke sichtbar

Sonntag 15.07
Ein Wanderfalke sichtbar


Falkentagebuch 08.07.2012


Aufgrund der aktuellen Projektentwicklung wird nun einmal wöchentlich in einer Zusammenfassung über den Verlauf zur Wanderfalkenauswilderung berichtet. Sie finden in diesen Beiträgen interessante Details rund um das Auswilderungsprojekt, wissenswerte Informationen betreffend den ausgewilderten Falco Peregrinus Peregrinus (Mitteleuropäische Wanderfalken) sowie Infos zu den aktuellen Sichtungen.

Nachdem die Greifvögel nun bereits fast einen Monat am Standort beheimatet sind, werden die Sichtungen bei den täglichen Fütterungen immer geringer. Um die Tiere täglich mehr ihrem natürlichen Habitat zu übergeben, werden unsererseits daher die Fütterungsintervalle verlängert. Zur Zeit wird ein Intervall von zwei Tagen umgesetzt um den vorhandenen Jagdtrieb der Tiere weiter zu stimulieren. Das Monitoring der Greifvögel wird natürlich nicht vernachlässigt, um einen aktuellen Status über den Gesundheitszustand und die stattfindende Projektentwicklung der drei mitteleuropäischen Wanderfalken dokumentieren zu können. Die Landesgruppe Oberösterreich des Österreichischen Falknerbundes kann hier auf eine beachtliche Erfahrung in der Vogelbeobachtung verweisen. In Molln, wo eine anerkannte Greifvogelaufzuchtstation seitens der ÖFB Landesgruppenleitung betrieben wird, ist die Vogelbeobachtung nach der Wiederauswilderung von abgegebenen Tieren eine grundsätzlich notwendige Projektarbeit im Greifvogelschutz.
Um die Entwicklung des Gesundheitszustandes von wiederausgewilderten Tieren darlegen zu können, wird dazu ein erheblicher Zeitaufwand seitens unserer Falknerkollegen betrieben. Dies ist auch in unserem aktuellen Auswilderungsprojekt in Kooperation  mit dem Unternehmen AVE und dem OÖ Landesjagdverband der Fall. Die Betreuung der Tiere am Standort umfasst somit weitaus mehr als nur die tägliche Fütterung wie bisher in unserem Tagebuch beschrieben. Eine Fütterungsaktion startet mit einer vorangehenden Beobachtung des Standortes, um z.B. neue Sitzplätze der Tiere auszumachen. Nachdem es sich beim Einzugsgebiet um den Standort WAV um einen Mix aus kleinstrukturierten Waldflächen und weiten offen Wiesen- und Feldflächen handelt, muss hier besonders auf die den Tieren zuträglichen Plätze geachtet werden.
Einer dieser Orte ist der sich nordwestlich der Anlage befindliche Starkstrommast, in dessen Verstrebungen sich oft einer der drei Wanderfalken ausmachen lässt. Um eine umfangreiches Monitoring zu gewährleisten, ist es notwendig, sich auch außerhalb des Betriebsstandortes des Unternehmens AVE ein Bild zu machen. Die sich in der Nähe befindenden Traunauen mit ihren vorgelagerten weiten offenen Flächen müssen hier besonders erwähnt werden. Dieser Teil der Projektarbeit ist immens zeitintensiv, ist aber für die erfolgreiche Umsetzung grundlegend notwendig.

Im Unterschied zu manchen von sg. 'Tierschützern' betriebenen Auffangstationen, bei denen z.B. Turmfalken in großer Zahl ganz einfach ohne jedes Jagdtraining und ohne jedwede professionelle Folgebetreuung freigelassen werden (der überwiegende Teil dieser Tiere verendet jämmerlich, was natürlich zwecks Spendenmaximierung verschwiegen wird...), ist das von Falknern praktizierte Auswildern ein komplexe Folge von genau geplanten Schritten. Die Schritte ergeben nicht nur aus der jahrzehntelangen Erfahrung des erfolgreichsten weltweiten Wiederansiedlungsprojektes, das von Falknern initiiert und durchgeführt wurde (Wanderfalke), sondern vor allem auch aus dem jahrtausende alten Spezialwissen der Falkner über Greifvögel.
 
Aus vorangegangenen Projekten der LG OÖ wissen wir auch, dass die Greifvögel den am Standort implementierten Kobel immer mehr als "Basis" nutzen werden. Ist die Behausung in der ersten Phase der operativen Auswilderung die direkte Heimat der Tiere, so löst sich diese Verbindung im Laufe der darauf folgenden Wochen und Monate immer mehr. Anfangs sind die Wanderfalken immer am Standort anzutreffen, was die bisherigen Sichtungen auch bewiesen haben. Das Fliegen muss erst noch perfektioniert werden, ein intensives "Training" dazu wird nur in einer sicheren und den Tieren bekannten Umgebung durchgeführt.

Untertags ziehen die Greife ihre Runden oft viele Kilometer vom Standort Wels entfernt. Abends, aber auch oft während des Tages, kommen die Tiere beim Kobel vorbei. Grund dafür ist oft die missglückte Jagd nach frischer Beute. Stellt sich der Jagderfolg erst nach geraumer Zeit ein, müssen die Wanderfalken während dieser Zeit von uns versorgt werden. In der freien Natur wäre dies in der Aufgabe der Elterntiere. Um hier die natürliche Selektionsrate gegen Null zu drücken, ist es erforderlich eine kontinuierliche und verlässliche Atzungsgabe bereitzustellen. In den warmen Jahreszeiten ist das Problem der Nahrungssuche nicht gravierend, dieses manifestiert sich erst in den kalten Herbst- und Wintermonaten.  Aus Erfahrung kann man hier sagen, dass in der freien Wildbahn von den drei ausgewilderten Wanderfalken maximal ein Jungtier den ersten Winter überleben würde. Aus den Projekten der vergangenen Jahren können wir jedoch sagen, dass wir immer alle drei Tiere durch den ersten Winter gebracht haben. Diese Zeitspanne stellt für die Tiere die entscheidende Lebensphase dar. Diesen Monaten ist auch in unserem Projekt besondere Aufmerksamkeit zu schenken und genau darum ist die Vogelbeobachtung ein elementarer Teil des aktiven Greifvogelschutzes.

Sonntag 01.07.2012
Wir verlängern das Intervall der Fütterungen um die Tiere immer mehr auf eigene Beine zu stellen was die Fütterversorgung betrifft. Als mein Kollege heute Vormittag auf der Dach der Anlage kommt sieht er zuerst keine Greifvögel, jedoch bereits nach einigen Momenten schweben sie über ihm. Sie mustern ihn genau. Kurt legt nur schnell die Nahrung aus, gibt frisches Wasser in die Brente und verlässt so schnell wie er gekommen ist auch wieder das Gebäude.
Freitag 29.06.2012
Am Nachmittag als ich zum Kobel komme sind keine Greifvogel zu sehen. Die Hitze der letzten Tage scheint hier am Dach der Anlage nicht ihre volle Kraft ausspielen zu können, da immer ein leichtes Lüftchen geht und die Temperaturen sich so im Bereich des erträglichen befinden.  Die Atzung ist weg, was auch nichts besonderes ist da ich bereits am Mittwoch, also vor zwei Tagen, das letzte Mal gefüttert haben. Beobachtungen der Webcameras zu Folge haben die Falken erst heute morgen wieder am Kobel gefressen. Nachdem die ausgelegte Atzung bereits gestern verzehrt war, ist anzunehmen das wieder eine selbstgeschlagene Taube auf dem Speiseplan gestanden ist. So stellen sich nacheinander die ersten Jagderfolge ein, was eines der Hauptziele des Projektes darstellt. Mein Kollege kommt heute noch mit frischer Nahrung, daher wird von mir nichts ausgelegt. Ich tausche nur schnell das Wasser aus um hier keine Bakterienquelle entstehen zu lassen.  Ich beobachte die umliegenden Gebäude und stelle fest das fast keine Tauben mehr wahrzunehmen sind. Unabhängig von der Uhrzeit meines Besuches tritt hier bereits seit ca. 1,5 Woche eine Veränderung ein.
27.06.2012
Ich komme auf das Dach der Anlage und der erste Blick als ich aus der Tür blicke ist einer der Wanderfalken der auf der Brüstung des gegenüberliegenden Gebäudes Platz genommen hat. Er bemerkt mich nicht und so kann ich ihn für kurze Zeit beobachten. Nach ca. 2-3min schwingt er sich ab und lässt sich von der Thermik in weiten Kreisen hoch hinauf in den Himmel tragen. Ich nutze die Situation um das mitgebrachte Futter auszulegen. Ich möchte die Tiere nicht allzu lange stören und verabschiede mich gleich wieder.
26.06.2012
Das Wetter ist heute sehr angenehm und am Dach der Verbrennungsanlage hat es milde 27°C. Auf den ersten Blick ist keiner der Wanderfalken sichtbar. Als ich jedoch einen Blick auf den Balkon des Kobels werfe finde ich dort einen der Falken sitzend vor. Anscheinend macht die leichte Brise die über die Anlage zieht diesen Ort zu einem komfortablen Plätzchen. Ich verlasse noch mal das Dach um meine Kamera zu holen und als ich wiederkehre ist der Vogel aufgestanden und schlägt mit den Flügel als wenn er gleich abschwingen möchte, was er auch macht. Wie auch in den vergangenen Tagen zieht der Falke weite Kreise über die hohen Produktionsgebäude. Dabei hat er mich schnell ausgemacht und tut dies mit lautem Geschrei kund. Er beobachtet mich beim Futterauslegen und zieht weiter seine Kreise über mir. Ich verlasse das Dach so schnell wie ich gekommen bin um die Falken nicht weiter zu beunruhigen.
25.06.2012
Ich komme am späten Nachmittag wieder auf das Dach. Zuerst sehe ich keinen Falken. Jedoch erkenne ich mit dem Fernglas zwei der Tiere etwa 500m stadteinwärts. Sie lassen sich vom Wind in luftige Höhen treiben und ziehen dabei weite Kreise. Ich nutze die Gelegenheit um mir ein Bild vom Kobel und dessen direkten Umgebung zu machen. Die Nahrung ist wie immer komplett aufgenommen. Schnell noch das Wasser wechseln und schon bin ich wieder weg. Als ich wieder durch das Fernglas Richtung Stadt blicke sind die beiden Wanderfalken verschwunden.
24.06.2012
Als mein Kollege auf das Dach der WAV kommt sieht er einen Falken am „Balkon“ des Kobels sitzen. Er nähert sich vorsichtig, um die mitgebrachte Atzung auszulegen. Der Falke erkennt ihn jedoch und fliegt ab. In diesem Moment überstreichen die beiden anderen Greifvögel die Anlagen und mustern ihn aus einer Distanz von 10m Höhe genau. Er legt die Nahrung aus und geht wieder zurück in das Gebäude ohne die Tiere weiter zu stören.
 
22.06.2012
Heute komme ich am späten Vormittag auf das Dach der WAV. Ein Falke sitzt am Dach des Kobels und wartet anscheinend schon auf Futter. Ich kann mich bis an den letzten Auslass vor dem Kobel anpirschen. Ich beobachte das Tier, das ganz ruhig auf seiner Behausung Platz genommen hat. Als ich wieder zum Ausgang zurückgehe schwingt er sich ab und zieht zwei Runden um den Turm. Wie immer setzt dieser Falke auf einen in der Nähe gelegen Strommasten. Währenddessen kann ich das frische Futter auslegen und den Kobel kontrollieren. Wie auch in den Tagen davor finde ich keine Atzung mehr vor. Ich kehre dem Kobel den Rücken und verlasse das Dach.

Um 15Uhr komme ich noch mal vorbei: Gleich als ich die Türe öffne sehe ich die Unterseite eines Wanderfalken. Er zieht eine steile Aufwärtskurve und segelt dann wieder über dem Areal der Anlage. Ich beobachte ihn dabei und halte mich hinter einem Auslass versteckt. Mit dem Fernglas kann ich ihn noch eine Weile verfolgen.

Danach werfe ich noch einen Blick auf den hinter mir liegenden Strommasten. Fast am gleichen Fleck wie am Vormittag finde ich dort auch den anderen Wanderfalken vor.
Nachdem es heute wieder sehr heiß wird, wird wahrscheinlich der dritte Falke Abkühlung in der umliegenden Traunau suchen.
21.06.2012
Heute komme ich bereits am frühen Vormittag zum Kobel und stelle mit großem Staunen fest, dass bereits alle drei Wanderfalken am und direkt um den Kobel herum Platz genommen haben. Ein Falknerkollege aus der Landesgruppe Kärnten hat bereits wenige Minuten davor ein Video aufgezeichnet, auf dem die Greifvögel bei einer intensiven Gefiederpflege zu beobachten sind.
Lauthals geben sie zu erkennen, dass sie Hunger haben. Ich beobachte die Tiere von der Aussichtsplattform "Felber Horst" mit dem Fernglas. Ein Falke sitzt wieder, wie bereits an den vorhergehenden Tagen, unter dem Kobel, ein Falke auf einer der neben dem Kobel aufgestellten Anflugstangen und der dritte mit etwas Abstand auf der Ausverkleidung des Gebäudes. Abwechselnd schwingen sie sich auf und umkreisen die Anlage. Ich nutze die kurze Abwesenheit der Tiere und platziere das mitgebrachte Futter im direkten Umfeld um den Falkenkobel. Das gestrige Futter ist wie in den Tagen davor aufgebraucht. Schnell noch frisches Wasser in die Brente und schon begebe ich mich für eine weitere Beobachtung wieder auf die Beobachtungsplattform. Bereits nach Kurzem (1-2min) nimmt der erste Wanderfalke neben der Atzung Platz. Ich verlasse meine Stellung und überlasse die Tiere wieder sich selbst.

21.06.2012
Heute morgen konnte man zwei unserer Falken bei der ausgiebigen Gefiederpflege am Kobel beobachten.

20.06.2012
Später Nachmittag ist Fütterungszeit. Ich komme auf das Dach der Anlage und kein Falke ist sichtbar. Als ich die Atzung auflege und das Wasser nachfülle überfliegt mich einer der Falken. Er macht sich ein Bild während er ein paar Kreise über dem Kobel zieht. Ich verlasse das Dach und ziehe mich auf die Aussichtplattform zurück. Der Falke zieht noch einen Kreis und setzt sich wenig entfernt auf den Ausleger eines Strommastens. Ich beobachte den Wanderfalken per Fernglas und verlasse die Anlage. Die Gesamte Atzung, die ich am Vormittag ausgelegt habe wurde später aufgenommen.

19.06.2012
Als ich am Nachmittag zum Kobel komme ist die gesamte Atzung weg. Die Falken haben alles aufgenommen und keine Reste zurückgelassen. In der jetzigen Situation des Projektes ist es immens wichtig, sich sehr vorsichtig am Dach der Anliege, wo sich der Kobel befindet, zu bewegen. Das Dachgelände ist bebaut mit verschiedenen Auslässen. Hinter jedem könnte nun einer der drei Falken sitzen und der Hitze trotzen. Ein Falke sitzt  auf einer Eisentraverse unter dem Kobel im Schatten. Man merkt ihm die Belastung der Hitze an, unter der nicht nur die Menschen zu leiden haben. Nach kurzer Beobachtung von ca. 5min streicht der Wanderfalke ab. Er zieht zwei weite Kreise über die gesamte Anlage und macht sich dann auf in Richtung Traun Auen. Ich lege die Nahrung aus, fülle frisches Wasser ein und beobachte die Umgebung. Aber kein Falke lässt sich blicken.

18.06.2012
Heute wurde der Kobel erstmals geöffnet. Das Tor des Kobels wurde in der Nacht aufgezogen, um die Tiere nicht einem unnötigen Stress auszusetzen. Nur ein kleiner Spalt ist am Kamerabild erkennbar. Vor dem Öffnen des Kobels haben wir Atzung am Boden des Daches platziert, sodass die Tiere diese finden, wenn sie den Kobel verlassen. Neben dem Futter muss natürlich eine gutgefüllte Badebrente bereitgestehen, denn an den kommenden Tagen sollen sehr heiß werden.

17.06.2012
Heute wieder zweimal füttern, keine Auffälligkeiten

16.06.2012:
Heute wird wie immer zweimal gefüttert. Im Kobel geht ein leichter Wind sodass die Tiere nicht unter der großen Hitze leiden müssen. keine Auffälligkeiten, gute Futteraufnahme

15.06.2012
Heute wieder zweimal füttern, keine Auffälligkeiten

14.06.2012
Heute wieder zweimal füttern, keine Auffälligkeiten

13.06.2012
Heute wieder zweimal füttern, keine Auffälligkeiten

12.06.2012
Heute wird erstmals zweimal gefüttert. Über die Kamera im Inneren des Kobel sieht man das die Tiere das Futter sehr schnell annehmen. Die drei scheinen fit zu sein, keine Auffälligkeiten im Verhalten. Beim Füttern ist es immer sehr leise, die Tiere haben absolut keinen Stress, da sie weder Sicht noch Hörkontakt zum Menschen haben. Es ist immens wichtig bei der Futtereingabe in den Kobel besonders still zu sein um keine unnötige Beunruhigung der Tiere zu provozieren.

11.06.2012
Heute werden die Wanderfalken in den speziell angefertigten und bewährten Auswilderungskobel eingesetzt. Am 17:30 ist es dann soweit. Die drei waren vollkommen ruhig und fühlten sich anscheinend von Anfang an im Kobel wohl. Um die Auswilderung erfolgreich durchführen zu können, wurden die 3 europäischen Wanderfalken in speziellen Volieren mit völligen Sichtschutz gezüchtet. Wie in der freien Natur gibt es außer bei der Beringung keinen Sicht- oder sonstigen Kontakt mit Menschen und die Tiere entwickeln sich wie in freier Wildbahn. Falkner waren übrigens nicht nur die ersten die Wanderfalken weltweit erfolgreich ausgewildert haben, sie haben auch die Technik der erfolgreichen Auswilderung international seit Jahrzehnten perfektioniert und verfügen über ein unerreichtes Fundamentalwissen in diesem Bereich.


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