von Mag. Christian Habich

2495  In Worten zweitausendvierhunderfünfundneuzig . Das ist Erfolgszahl des bisher größten von Falknern (unter Leitung von ÖFB Ehrenmitglied Dr. Nick Fox OBE) organisierten und betriebenen Sakerprojektes!

Was diese Zahl bedeutet? Ganz einfach: in den über 5000 Kunsthorsten, die im Zuge dieses einmaligen Projektes in der Mongolei errichtet wurden, konnten im Jahr 2014 insgesamt 2495 Jungvögel beringt werden! Ein einmaliger Erfolg, der seinesgleichen sucht.

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Wir meinen, daß es keinen besseren Beweis für die Effizienz und das Jahrtausende alte Know How von Falknern geben kann. Es ist immer schon das ureigenste Interesse des Falkners gewesen, nicht nur die zur Falknerei eingesetzten Spezies sondern alle Greifvögel und auch das Beutewild zu schützen - Falkner reden nicht, sondern leben die Nachhaltigkeit. Die psychologische Disposition eines echten Falkners scheint ihn nahezu dazu zu zwingen, einen Greifvogel als etwas ganz Besonderes anzusehen. Aus dieser Bewunderung entstand nicht nur ein über 5000 Jahre altes, weltweites und mittlerweile von der internationalen Staatengemeinschaft zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erhobenes Kulturgut, dessen Literatur und Kunst ganze Bibliotheken und Museen füllt, sondern auch ein unvergleichlich umfassendes Wissen über Greifvogelschutz und nachhaltige Nutzung.

 

Es waren Falkner, die den Wanderfalken vor dem Aussterben bewahrten und es sind Falkner, die auch heute noch nachhaltige Aktionen (Zucht & Auswilderung, etc.) in Sachen Greifvogelschutz und Bestandserhaltung setzen. Es sind Falkner, die die Sequenzierung des Wanderfalken, Saker und Gerfalkengenoms durchgezogen haben bzw. finanzieren und durchziehen und es waren Falkner, die z.B. den weltbekannten amerikanischen "Peregrine Fund" gegründet haben, der nach der Rettung des nordamerikanischen Wanderfalken auch den Californischen Condor praktisch im Alleingang vor dem Aussterben bewahrt hat. 

Es gibt "Vogelschutzorganisationen" die es sich z.B. leisten, locker mal  400.000 EUR für Geschäftsführung, 2 Millionen für Kommunikation und 1,9 Millionen für 'Capacity Building' (welch' ein Ausdruck in einer veröffentlichten Bilanz!) auszugeben. Wer jedoch im gleichen Finanzjahr über 6 Millionen aus öffentlichen und institutionellen Förderungen sowie Stiftungen lukriert, kann schon ein bißchen Kleingeld für 'Marketing' in die Hand nehmen. Ob jedoch solche Ausgaben gerechtfertigt sind bzw. am eigentlichen, so öffentlichkeitswirksam deklarierten und inszenierten Ziel, welches - mir zumindest - immer verschwommener erscheint, vorbeigehen, sei mal dahingestellt. Im Vergleich dazu werden z.B. beim Peregrine Fund 95% der gesamten Einnahmen direkt für Greifvogelschutzprojekte ausgegeben. Administrative Kosten sind minimal und 'Firmen-Geländewagen' gibt's weder beim Peregrine Fund noch beim Saker Projekt in der Mongolei ...

Zugegebenermaßen waren Falkner bis dato einfach zu schlechte Marketingleute, um diese Tatsachen auch ausreichend an die Öffentlichkeit zu transportieren. Dies mag möglicherweise daran liegen, daß Falkner meist mehr an der effizienten Umsetzung des Greifvogelschutzes interessiert sind, als darüber in den Medien große Worte zu verlieren - vielleicht sollten wir Falkner daran in Zukunft etwas ändern ...

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