Wie altes Wissen junge Köpfe vernetzt

von Carina Frank

Dass Falknerei Nationen verbinden kann, wurde schon oftmals unter Beweis gestellt. Diesmal ist es allerdings etwas Besonderes, zumal die jahrtausende alte Kunst der Falknerei jungen Köpfen kindgerecht näher gebracht werden soll. Die Idee ist schlichtweg genial. 38 Schulen aus neun unterschiedlichen Ländern sind vernetzt, um Informationen, Wissen aber auch Fragen auszutauschen.


Doch zurück zum Anfang dieses Projekts

The School Links Programme“ ging aus dem „Mongolian Artificial Nest Project” hervor. Davon haben sicher schon viele gehört oder gelesen (der ÖFB hat bereits ausführlich berichtet), die wichtigsten Eckpunkte hier noch einmal zusammengefasst: Über 5000 Kunsthorste wurden, unter der Leitung von Dr. Nick Fox, in der Mongolei errichtet und im Jahr 2014 konnten schließlich 2495 junge Sakerfalken beringt werden. Ein Projekt, das seinesgleichen sucht. Doch das ist nicht alles, denn es wurde gewissermaßen nicht nur in die „befiederte Jugend“ investiert. Im Jahr 2011 wurde die mongolische „Bayan School“ mit einer Schule in Großbritannien vernetzt, so war es möglich Briefe und Lernunterlagen auszutauschen. Beide Schulen erarbeiteten im Unterricht zeitgleich Powerpoint Präsentationen und Arbeitsblätter.

Am Ende des Schuljahres war jede einzelne Schülerin und jeder einzelne Schüler sozusagen ein kleiner Experte für Sakerfalken und die Kunsthorste in der Mongolei. Im darauffolgenden Jahr wurde das Projekt ausgeweitet und vier weitere Schulen in der Mongolei wurden mit Schulen aus Großbritannien und den USA vernetzt. Das „School Links Programme“ bietet Schülerinnen und Schülern von neun bis vierzehn Jahren einen Einblick in die Welt der Falknerei, der Greifvögel und deren empfindlichen Lebensraum. Dies ist eine einmalige Möglichkeit und es ist nur verständlich, dass im Jahr 2014 viele weitere Schulen weltweit diese Gelegenheit nutzten.

 

22 Schulen aus der Mongolei, den USA, Großbritannien und den Vereinigten Arabischen Emiraten kamen hinzu. Eine wichtige Rolle übernehmen nach wie vor die ortsansässigen Falkner, zumal sie sehr viel ihrer Freizeit investieren und die Lehrkräfte mit vollem Einsatz unterstützen. Sie präsentieren Falknerei-Equipment, sie erläuterten, wie Vögel abgetragen werden, wie die Tiere gehalten werden, wie sie in der freien Wildbahn leben und erklären auch die Geschichte der Falknerei. Vermutlich war der Geschichtsunterricht für viele der Kids noch nie so lebendig wie beim „School Links Programme“. Die gesammelten Informationen, werden an die Partnerschulen weitergegeben und dort von den Kindern aufgearbeitet. Die Einbeziehung der Falkner und deren Greifvögel bringt gewiss nur Vorteile mit sich, so wird der Lernstoff zum Greifen nahe.


Zwischenbilanz dieses überragenden Programms

Die teilnehmenden Schulen schaffen für ihre Schülerinnen und Schüler die Chance, einen Einblick in die jahrtausende alte Kunst der Falknerei zu erhalten, Kontakt zu Kindern aus anderen Kulturen aufzubauen und sich mit diesen auszutauschen. Es wird ein Fächerübergreifendes Projekt angeboten, dessen Themen im Biologie-, Geographie, Geschichtsunterricht, etc. behandelt werden können, ja viele Schulen bilden sogar Beschäftigungsgruppen in den Pausen oder in der Nachmittagsbetreuung.

Die Schülerinnen und Schüler werden zu einer weitsichtigen Denkweise animiert und für den Umwelt- und Artenschutz sensibilisiert. Auch in den kommenden Jahren wird der Zulauf nicht abbrechen, sind immerhin schon weitere Schulen aus Süd Afrika, den Niederlanden, der Slowakei und Russland zur Teilnahme angemeldet. Schön zu sehen, dass Falknerei und Greifvögel junge Köpfe zur Zusammenarbeit beflügelt.

Der ÖFB steht für österreichische Schulen, die an dem "School Links Programme" teilnehmen wollen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Anfragen bitte direkt an unser Sekretariat.


 

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