von Carina Frank

Saker bei der Landung am Strommast
Saker bei der Landung am Strommast

 Dass das internationale Sakerfalkenzschutzprojekt in Asien einen vollen Erfolg verzeichnen konnte, davon hat der Österreichische Falknerbund bereits berichtet. Bei einer derart sensiblen Symbiose zwischen Falke, Umwelt, Lebensraum, Wirtschaft und Zivilisation ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Projektbetreuer aber auch mit Rückschlägen konfrontiert werden. Die Verantwortlichen ruhen sich aber keineswegs auf ihren Lorbeeren aus, sondern kämpfen weiterhin für diese großartige Sache.


Sakerfalken und Stromleitungen

Das Gefahrenpotenzial, das von Stromleitungen ausgeht, ist vielen Laien nicht bewusst. Auch die Projektbetreuer des Sakerfalkenzschutzprojektes in der Mongolei führen einen Kampf gegen Windmühlen, oder besser gesagt, gegen Stromleitungen. Weltweit fallen dieser unscheinbaren Gefahr jährlich zehntausende Greifvögel zum Opfer. Alleine in der Mongolei wurden 4000 Sakerfalken gezählt, die durch Stromleitungen in nur einem Jahr getötet wurden.

 

Eine tödliche Falle
Eine tödliche Falle!

Was bedeutet diese Anzahl an verunfallten Vögeln für die mongolische Regierung? Um den großen Schaden zu veranschaulichen, muss man etwas ausholen: Der Sakerfalke ist in den Ländern um den Arabischen Golf ein beliebter Beizvogel und demzufolge ist auch der Markt sehr groß. Die Mongolische Regierung hat für jeden einzelnen gehandelten Falken eine Genehmigung im Wert von 10.000 US-Dollar verkauft. Abgesehen von dem ökologischen Schaden, stellen demnach also 4000 verunfallte Sakerfalken einen wirtschaftlichen Schaden von $40 Millionen für die mongolische Regierung dar!

Über diese immense Einbuße und über die zukünftige Schadensverhütung wurde am International Festival of Falconry in Abu Dhabi konferiert und die Lösungsvorschläge der international Falknergemeinschaft (die auch das höchst erfolgreiche Sakerfalkenprojekt in der Mongolei leitet) der Mongolischen Regierung präsentiert. Das Ziel ist, die Stromleitungen weitestgehend abzusichern, damit die Sakerfalken und auch andere Greifvögel vor ihnen sicher sind. Immerhin wäre es möglich, die notwendigen finanziellen Mittel für die Erhaltung der Sakerfalken in der Mongolei durch einen kontrollierten Verkauf einiger Individuen aufzubringen. Diese Vorstellung des eierlegenden Wollmilchschweins kann allerdings nur verwirklicht werden, wenn die Regierung jetzt einschreitet, um die Zahl der verunfallten Falken zu reduzieren.


Ein Lichtblick für das Zuchtprojekt

Der mongolische Energielieferant „Eastern Energy System Power Company“ ist einer Zusammenarbeit mit der Regierung nicht abgeneigt und brachte bereits konstruktive Lösungen vor. Eine gefährliche Stromleitung kann im Jahr bis zu 300 Sakerfalken töten, eine Absicherung der vorhandenen Stromleitungen käme auf lediglich 20 US-Dollar (!) pro Strommast.  Jegliche weitere Aufstellung einer Kosten-Nutzen-Rechnung erübrigt sich wohl ...

 

 

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