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Beizjagd und (oder) Falknerei (nicht nur) im Hinblick auf das Bundes-Tierschutzgesetz


Ich bin sicher, jeder, oder zumindest die meisten der Falkner, haben mit mehr oder weniger Besorgnis, vielleicht sogar mit einem bißchen Angst im Bauch, die politischen Entwicklungen der letzten Monate verfolgt. Das neue Bundestierschutzgesetz verheißt, wie schon mein  Vizepräsident  Heinz Antonitsch, bei unserer Tagung 2004 berichtet hat, nicht unbedingt nur Gutes für die Falknerei.

Der Vorstand des ÖFB seinerseits ist allerdings durchaus nicht untätig geblieben, von der Vor- (und Für-)sprache bei sämtlichen Landesjägermeistern und der Zentralstelle der österr. Jagdverbände über Interventionen bei den jeweils zuständigen Spitzenbeamten der Landesregierungen in den einzelnen Bundesländern bis zu persönlichen Gesprächen mit dem (der) zuständigen Minister(in) und auch dessen (deren) engstem und wichtigstem Beraterkreis sowie persönlichen Kontakten mit den österreichischen (und den italienischen) Vertretern in Brüssel hat der Bogen unseres  Lobbyings  gereicht. Ob die Erfolge den (jeweils persönlichen) Aufwand der Akteure aus dem ÖFB  belohnen, wird erst die Zukunft weisen.

Eines jedenfalls ist klar. Die Ausübung der Beizjagd und (oder) Falknerei (nicht nur) im Hinblick auf das Bundes- Tierschutzgesetz weidgerechten Jagd und Fischerei (somit auch, wie dies im Bundestierschutzgesetz mehrfach ausgeführt ist, der Beizjagd) ist vom Bundestierschutzgesetz nicht berührt.

Sehr wohl aber fällt in die Kompetenz des Bundestierschutzgesetzes die Verwendung von Tieren zur Jagd oder Fischerei!!! Damit sind aber auch, neben Jagdhunden, Frettchen usw. auch die zur Jagd verwendeten Greifvögel erfaßt.
Klar ist auch die Definition der  Wildtiere  im Gesetz. Alles, was nicht Haus- oder Heimtier ist, ist Wildtier! Und weder bei den Haus- noch bei den Heimtieren sind Greifvögel angeführt. Sie sind also jedenfalls Wildtiere und fallen daher unter die tierschutzrechtlichen Bestimmungen für diese. Dazu gehört das Verbot auch der vorübergehenden Anbindehaltung!! Die vorübergehende Anbindehaltung von Greifvögeln zu deren Ausbildung zur Beizjagd ist aber schon nach dem Gesetzeswortlaut von diesem Verbot ausgenommen. Die  Falknerei  ist in diesem Zusammenhang nicht angeführt.
Das Bundestierschutzgesetz unterscheidet also offenbar zwischen Beizjagd und Falknerei! Das heißt für mich wieder im Klartext, der  kleine , einfache oder, wenn man will,  normale  Falkner, der gesetzeskonform einen oder ein paar Beizvögel zur Beizjagd hält und ebenso gesetzeskonform abträgt und fliegt, hat wohl kaum etwas von seiten des Bundestierschutzgesetzes zu fürchten. Denn er ist  Beizjäger  (nach dem Wortlaut dieses Gesetzes) und kann sich auf seine Ausnahmebestimmungen berufen, welche zur  Ausübung der Beizjagd  dort getroffen sind.

Sobald aber die Haltung, die Zucht, das Abtragen und das  Fliegen  der Greifvögel über die reine  Beizjagd  hinausgeht, greifen die Bestimmungen des BTschG voll. Darüber sich im einzelnen auszulassen, würde allerdings den Rahmen dieses Artikels bei weitem sprengen.

Was mir, als Eurem Präsidenten, zurzeit wesentlich mehr Sorgen als das Bundestierschutzgesetz bereitet, sind die unterschiedlichen gesetzlichen Bestimmungen über die Ausübung der Beizjagd als solche in unseren Bundesländern. Wie unsere letzte Tagung im Burgenland gezeigt hat, ist jeder Beizjäger gut beraten, bevor er in einem anderen Bundesland als dem  seinen  (das heißt, wo er seinen Hauptwohnsitz hat), mit einem oder mehreren seiner Beizvögel jagen will, sich über die dortigen jagdgesetzlichen Bestimmungen zur Beizjagd ausführlich zu informieren.
Im Burgenland werden z. B. nach dem derzeitigen Landesjagdgesetz (dieses soll zwar EU-gerecht angepasst werden, aber bis dies soweit ist, gilt es in seiner jetzigen Fassung) nur Jahresjagdkarten, also keine kurzfristigen Jagdgastkarten an Ausländer (sprich: Nichtösterreicher) ausgestellt. Davon sind Deutsche und Italiener, obwohl EU-Bürger und damit grundsätzlich Österreichern gleichgestellt, nicht ausgenommen!! Wer also, auch als EU- Bürger, dort beizen will, muß eine Jagdkarte, welche für das ganze Jagdjahr gültig ist und eine Menge Geld kostet, lösen, auch wenn er nur einen Tag dort eingeladen ist.
Weiters darf (gleich wie in Kärnten) im Burgenland nur derjenige die Beizjagd ausüben, dessen Berechtigung hiezu in der Jagdkarte seines Bundeslandes eingetragen ist. Dies ist, nur um Beispiele anzuführen und soweit ich es weiß, in Tirol, in Salzburg, der Steiermark und in Oberösterreich nicht notwendig und es wird eine solche Berechtigung zur Ausübung der Beizjagd in die Jagdkarte nicht eingetragen. Das heißt (wieder im Klartext), Tiroler, Salzburger, Steirer und ober- und niederösterreichische Beizjäger dürfen im Burgenland und in Kärnten ihre Beizjagd nicht ausüben!!! Zuwiderhandeln ist zumindest Verwaltungsübertretung und strafbar (bei Wiederholung sogar Angelegenheit der Disziplinarsenate!).

Auch wenn ich von all diesen Problemen nicht unmittelbar persönlich betroffen bin, liegt mir das Wohl aller Falkner am Herzen, und deshalb kann ich nur allen von Euch genauso von Herzen raten und empfehlen, jedwede kleinlichen Auseinandersetzungen untereinander hintanzustellen und, jeder in seinem Bundesland, alle ihm (ihr) zu Gebote stehenden Mittel und Verbindungen dafür zu nützen, daß zumindest  die Ausübung der Beizjagd, die wirklich die älteste, heute noch geübte Jagdart, eines der ältesten und wertvollsten noch vorhandenen Kulturgüter und wohl auch das bescheidene Glück vieler von uns ist, wenigstens den nächsten zwei, drei Generationen erhalten bleibt.

In diesem Sinne mit herzlichem Falknersheil!

Walter Magometschnigg

UNESCO Kulturerbe!

Paris, 5.12.2012 12:02h

UNESCO nimmt auch die österreichische Falknerei in die repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf.

 

Zoo Schönbrunn mußte alle Pelikane einschläfern

Nachdem die ganze Kolonie der Krauskopfpelikane mit dem Vogelgrippe Virus H5-N8 infiziert war, mußte der Zoo die gesamte Kolonie einschläfern.

Wir sind tief betroffen und können nachempfinden, was dies auch für das Personal des Zoos bedeuten muß.

Wie bereits auch in unserem Newsletter, möchten wir nachdrücklich alle Falkner um entsprechende Unterbringung ihrer Vögel ersuchen.

International Journal of Falconry 2014

Die Ausgabe 2014 der bekannten IAF Zeitschrift wird demnächst erscheinen.

Zur Vorabbestellung und Abonnements kommen Sie direkt durch Klick auf das Bild.

 

Jäger vereint gegen Wildkriminalität

Die Jäger der Welt treffen sich am 24. April 2014 in Mailand, Italien, im Rahmen der 61. Generalversammlung des CIC zu einem historischen Welt-Gipfeltreffen mit dem Titel: “Jäger vereint gegen Wildkriminalität

 

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