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Titelbild - Der Falkner



Im April 1955(5. Jahrgang Nr.1 „ der Falkner“) erschien erstmals unsere Zeitschrift mit dem Untertitel „Verein für Falknerei, Greifvogelschutz und Greifvogelkunde“, wobei der Entwicklung und den Erkenntnissen moderner Greifvogelkunde Rechnung getragen wurde.
1968 - Jahrgang 18, ist „der Falkner“, die Fachzeitschrift des „Zentralverbandes für Falknerei, Greifvogelschutz und Greifvogelkunde“ in Österreich und im Ausland bereits wohlbekannt und begehrt.

Die Jubiläumsausgabe der Zeitschrift des Österreichischen Falknerbundes - 'Der Falkner' - ist am 18. Oktober 2005 erschienen.

Bei Interesse an dieser historischen Ausgabe bitte eine kurze Nachricht an info@falknerbund.com senden.

Vorab wollen wir nachfolgend und exemplarisch einen der vielen außergewöhnlichen Artikel aus dieser Ausgabe präsentieren:

'Der Gerfalke - falknerisch und kulinarisch'

von Josef Hiebeler

 

Falken werden in der Falknerei seit Jahrhunderten als edle Geschöpfe geschätzt. Sie werden als Edelfalken, oder königliche und fürstliche Vögel bezeichnet. In der Falknerei haben Greifvögel einen ideellen Wert, dabei ganz besonders die Gerfalken. Nimmt man Bewohner der nördlichen Halbkugel, haben Tiere bzw. Gerfalken einen völlig anderen praktischen, oder auch schamanischen Wert.
Generell gilt für alle nomadisierenden Völker des Polarkreises die Jagd als eine Überlebensnotwendigkeit. Alles Essbare wird verwertet – bei bestimmten Völkern und Stämmen gehört der Gerfalke, wie auch die Schneeeule zur Nahrung. In Island gehört zum Beispiel das dort vorkommende Alpenschneehuhn zur typischen Weihnachtsspeise im ganzen Land. Der Gerfalke ernährt sich in manchen Landesteilen zu 80 % von Schneehühnern, daher schmeckt das Fleisch der Gerfalken nach Schneehuhn. Im Nordwesten gehört der Gerfalke bei der Landbevölkerung (Bauernfamilien) auf die Speisekarte. Da die Isländer von Schotten, Schweden und Dänen abstammen, wird der Gerfalke in Island gebraten serviert. Mein Freund, ein holländischer Präparator, der in Island auf dem Land lebte, hat sehr oft bei Einheimischen Gerfalken gegessen und bestätigt, dass sie genauso gut schmecken wie Schneehühner.
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Da in Island der Papageientaucher in großen Kolonien vorkommt (ca. drei Millionen – eine gewaltige Bestandsgröße), ist es naheliegend, dass je nach Region auch der Papageientaucher zur Hauptbeute des Gerfalkens gehört.
Das Fleisch des Papageientauchers schmeckt ein wenig nach Fisch und somit auch das Fleisch jener Gerfalken. Im Spätsommer wächst die Zahl der Papageientaucher auf 8 – 10 Millionen Individuen an. Deshalb ist auch der Papageientaucher auf den Speisekarten in den Restaurants des ganzen Landes zu finden. Die Papageientaucher werden mit Netzen zu mehreren Hunderttausenden gefangen und an den Handel verteilt. In Grönland gehörte der Gerfalke immer zur Nahrung der Inuits (Fleischesser). Ein Freund von mir, Pressephotograph Søren Skarby (Dänemark), ist mit einer Grönländerin verheiratet, und er bestätigte mir, dass Gerfalken, neben anderen Vögeln und Tieren, zur ganz normalen Nahrung gehören. Zum Unterschied zu den Isländern, wird in Grönland der Gerfalke ausschließlich gekocht (wie bei allen asiatischen Völkern, zu denen die meisten Grönländer gehören). Vor allem hat der weiße Falke auch noch einen symbolischen, bzw. mythischen Wert, da die Inuits Schamanen sind. Auch im russischen Polarkreis spielen weiße Vögel eine ganz besondere schamanische Rolle. Zum Beispiel bei Nenzen und Tschuktschen (Rentiernomaden) die Schneeeule und der Gerfalke. Bei den Ureinwohnern im Polarkreis gehören Gerfalke und Schneeeule zum Hochzeitsmahl.

Abschließend ist zu sagen, dass in den Städten in Island oder in den amerikanisierten Dörfern Grönlands diese
Bräuche schon vergessen sind, aber bei der isländischen Landbevölkerung und Grönlands Nomaden gehört der
Gerfalke seit Jahrhunderten zur Nahrung. Bei den russischen Polarvölkern ist der Schamanismus sehr stark
verwurzelt, bedingt durch ihre isolierte Lebensweise. So hat sich die Speisekarte bis heute nicht verändert, was
Gerfalke und Schneeeule betrifft! Die Vögel werden mit primitiven Fallen relativ einfach gefangen. Es verhält
sich genauso, wie das Essen von Pferdefleisch, das bei modernen und reichen Industrienationen in Europa fast
ein Tabu geworden ist. Weil das Pferd heute ein Sport-, Freizeit- bzw. Hobbypartner geworden ist. Bei den Reitervölkern
(Turkvölker) in Asien steht der Verzehr von Pferdefleisch an erster Stelle nach dem Schaffleisch und ist Normalität.
Für uns Falkner und Greifvogelliebhaber mag dieser Bericht teils makaber wirken, aber Tiere haben nun mal für
jedes Volk eine andere Bedeutung und Wertschätzung. Ich hoffe, dass diese Tatsache auch den großen WAA und
Cites-Kommissionen klar ist.

Anschrift des Verfassers:
Josef Hiebeler,
Salzburger Landesfalkenhof,
Burgstrasse 2, 5450 Werfen

UNESCO Kulturerbe!

Paris, 5.12.2012 12:02h

UNESCO nimmt auch die österreichische Falknerei in die repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf.

 

Zoo Schönbrunn mußte alle Pelikane einschläfern

Nachdem die ganze Kolonie der Krauskopfpelikane mit dem Vogelgrippe Virus H5-N8 infiziert war, mußte der Zoo die gesamte Kolonie einschläfern.

Wir sind tief betroffen und können nachempfinden, was dies auch für das Personal des Zoos bedeuten muß.

Wie bereits auch in unserem Newsletter, möchten wir nachdrücklich alle Falkner um entsprechende Unterbringung ihrer Vögel ersuchen.

International Journal of Falconry 2014

Die Ausgabe 2014 der bekannten IAF Zeitschrift wird demnächst erscheinen.

Zur Vorabbestellung und Abonnements kommen Sie direkt durch Klick auf das Bild.

 

Jäger vereint gegen Wildkriminalität

Die Jäger der Welt treffen sich am 24. April 2014 in Mailand, Italien, im Rahmen der 61. Generalversammlung des CIC zu einem historischen Welt-Gipfeltreffen mit dem Titel: “Jäger vereint gegen Wildkriminalität

 

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