Beizjagd

 

Unter Beizjagd versteht man die Jagd mit einem abgetragenen (trainierten) Greifvogel auf Beutetiere in ihrem natürlichen Lebensraum. 
Falkner sind Jäger und müssen sich an das Jagdgesetzt des jeweiligen Bundeslandes halten. 
Alle Greifvögel, die für die Jagd trainiert und eingesetzt werden, bezeichnet man als Beizvogel

Als eine der ältesten Jagdarten wird die Beizjagd in fast allen Ländern Europas und in vielen Regionen quer über den Erdball in ihrer ursprünglichen Form ausgeübt. Die Beizjagd ist eine besonders naturgetreue und ökologische Jagd, da sie – zwar unter der Regie des Menschen – wie die natürliche Jagd eines Greifvogels abläuft. Beutegreifer und Beutetier werden dieselben Chancen eingeräumt, wie sie diese auch in der Natur vorfinden. Ziel der Beizjagd ist das harmonische Zusammenspiel von Beizvogel, Falkner und Hund. Sobald der Hund Wild gefunden hat, ist es Aufgabe des Falkners, seinen Beizvogel in eine günstige Jagdpositon zu bringen. Kraft, Geschicklichkeit und Ausdauer des Greifvogels und des Beutetiers bestimmen den weiteren Verlauf der Beizjagd. Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht jeder Jagdflug erfolgreich sein kann. Ist der Beizvogel erfolglos, kehrt er zu seinem Falkner zurück und wartet auf eine neue Chance. Ist er jedoch erfolgreich, wird die Beute zwischen Falkner und Beizvogel aufgeteilt und so vollständig verwertet. 

Im Grunde kann man zwei Arten der Beizjagd unterscheiden: den hohen und den niederen Flug.

Der niedere Flug
Beim niederen Flug, startet der Beizvogel direkt von der Faust seines Falkners zum Jagdflug. Ideal für diese Jagdart sind beispielsweise Habichte und Bussarde. Es können aber auch Falken, Adler und andere Greifvögel für den niederen Flug eingesetzt werden. 

Der hohe Flug
Der hohe Flug wird auch unter Falknern als „wahre Kunst“ bezeichnet. Hierfür werden typischerweise Falken eingesetzt. Der Beizvogel startet von der Faust des Falkners um kreisend an Höhe zu gewinnen. Hat er eine optimale Höhe erreicht wartet er über seinem Falkner auf potentielle Beute. Man spricht herbei auch vom Anwarten. Falkner und Jagdhund versuchen nun Beute aus der Deckung zu treiben. Bejagt werden auf diese Art meist Vögel wie zB Fasane. Fliegt der Fasan auf, geht der Falke in einen rasanten Sturzflug über und versucht seiner Beute habhaft zu werden. 

Die freie Folge – eine Mischung?
Eine weitere Möglichkeit stellt die sogenannte Freie Folge dar. Hierbei fliegt der Beizvogel frei von Baum zu Baum, seinen Falkner stets im Blick. Der Beizvogel hat bereits gelernt, dass sein Falkner bzw. dessen Hund für ihn Beute aufstöbern und versucht daher selbstständig sich stets in einer optimalen Position über seinem Falkner zu befinden. Wird ein Beutetier aufgeschreckt, so geht er direkt zum Jagdflug über. Im Gegensatz zum hohen Flug wartet der Beizvogel zwar nicht an, aber er startet auch nicht von der Faust zum Jagdflug, wie beim niederen Flug.

Internationale Tagungen
Der ÖFB veranstaltet jährlich eine mehrtägige internationale Tagung für seine Mitglieder und befreundete Verbände. Es ist dies nicht bloß das Abhalten von Beizjagden. Es geht hier vielmehr auch um das gemeinsame Ausüben einer Leidenschaft, das Gespräch, die Weiterbildung durch Referate oder Symposien und das Treffen mit Falknerfreunden aus aller Herren Länder.

Im Gegenzug werden auch wir zu Freunden in anderen Ländern eingeladen und leben so den internationalen Austausch der Falknerei. Dazu gehören auch Sitzungen, Besprechungen und Abstimmungen um mit den jeweiligen Verbänden am gleichen Informationsstand zu sein. Jeder führende Verband des jeweiligen Landes hält eine solche Tagung ab, egal ob Deutschland, Slowenien, Tschechei, Spanien uvm. und hält damit einer langen Tradition am Leben. 2017 wird die int. Tagung der Tschechei in Opocno zum 50 Jahrestag mit einem großen Jubiläum gefeiert.

Für den Falkner bedeutet die Teilnahme mit seinem Vogel auch, dass er den Leistungsstand und das Können unter Beweis zu stellen hat. Nur ein fertig abgetragener und gut ausgebildeter Vogel sollte zu einer solchen Tagung mitgebracht werden.

Es wird also zwischen einer Beizjagd im kleinen Rahmen und dem weit aufwändigerem Veranstalten einer Tagung auf Verbandsebene unterschieden und beides hat seine schönen Seiten und Berechtigung.