Mit der Repräsentativen Liste des immateriellen Kulturerbes macht die UNESCO darauf aufmerksam, dass kulturelle Traditionen weltweit Pflege und Schutz brauchen, damit sie bewahrt und an zukünftige Generationen weitergegeben werden können und somit lebendig bleiben. Erst dann können Traditionen ihre identitätsbildende und sinnstiftende Funktion in der Gesellschaft erfüllen.
Grundlage der Liste ist das UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes, das im Rahmen der 32. Generalversammlung im Jahr 2003 beschlossen und im April 2006 in Kraft trat. Bisher haben 148 Staaten das Übereinkommen ratifiziert. 
Die Submission der Falknerei ist die größte multinationale Submission die je bei der UNESCO  unter dieser Konvention eingereicht wurde und sie erhielt besonderes Lob durch die internationale Staatengemeinschaft als 'außergewöhnliches Beispiel für die zwischenstaatliche Zusammenarbeit und exemplarische Qualität der bereitgestellten Information'.



Die ursprüngliche Forderung zur Anerkennung dieser über 4000 Jahre alten Jagdkunst als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit  stammt übrigens aus Österreich und wurde durch die CIC Jagdhistorikerin Prof. Monika Reiterer aus Graz erstmals in den späten 90er Jahren erhoben und veröffentlicht.

Die Falknerei, eine soziale Tradition  und Jagdkunst, die vor allem Natur und Umwelt respektiert, wird seit mehr als 200 Generationen fast ununterbrochen, meist innerhalb der Familie, mündlich weitergegeben. Sie stammt ursprünglich aus den zentralasiatischen Steppen und hat sich in den verschiedensten kulturellen Ausprägungen über den gesamten asiatischen, arabischen, nordafrikanischen und europäischen Raum ausgebreitet. Im deutschen Sprachraum und vor allem in Österreich ist die Falknerei seit Jahrhunderten ein integraler Bestandteil der Kultur.



Der Österreichische Falknerbund wurde 1950 gegründet und ist somit nicht nur der älteste Falknerverein in Österreich, sondern auch einer der ältesten der Welt. Neben der Erhaltung der Tradition der österreichischen Falknerei, gehören vor allem die Erforschung und der Schutz des heimischen Greifvogelbestandes, sowie die Förderung der auf wissenschaftlicher Grundlage durchgeführten Zucht von Greifvögeln für die Auswilderung bedrohter Arten und Deckung des Bedarfs an Beizvögeln zu den Zielen und Aufgaben des ÖFB.

 

 
Originalmitschnitt (Audio) der Entscheidung über die Aufnahme bzw. Erweiterung der bestehenden multinationalen Nominierung mit der österreichischen Falknerei .


Hier noch einige weitere Impressionen dieses geschichtsträchtigen Momentes für die österreichische und internationale Falknerei.

{imageshow sl=5 sc=3 w=800 h=250 /}