Ein weiterer Höhepunkt war die neue Öffentlichkeitsbroschüre des ÖFB. Viele Arbeitsstunden flossen in diesen Folder und den Verantwortlichen saß nicht nur einmal die mangelnde Zeit im Genick, um die Fertigstellung rechtzeitig zur Tagung unter Dach und Fach zu bringen. Die Öffentlichkeitsbroschüre und das neue Logo wurden von Dr. Krenkl (CEO der Werbeagentur Ogilvy & Mather) präsentiert. Als Abschluss der Referate im großen Festsaal durfte ÖFB-Präsident Dr. Harald Barsch dem Ehrenpräsidenten des CIC, DI Dieter Schramm, die Ehrenpräsidentschaft des Österreichischen Falknerbundes verleihen. Der gesamte Bund freut sich, einen namhaften und erfahrenden Jäger und Jagdvertreter Europas in seinen Reihen begrüßen zu dürfen.DI Dieter Schramm - ÖFB Ehrenpräsident


Am Nachmittag hieß es nach einer kleinen Stärkung, für die die BOKU gesorgt hatte, Aufbruch zur Jagd. Nach dem traditionellen Greifvogelappell wurde von zwei Parforce-Horn-Bläsern der „Marce solonelle“ von G.Chalmel in D-Dur geblasen und die Falkner brachen mit den Gästen der BOKU in die Reviere auf. Für die knapp 50 Falkner, die in fünf Gruppen eingeteilt waren, war es auch ungewohnt, dass eine derartige Masse an Zuschauern, Treibern, Kameraleuten und Fotografen sie begleiteten. Dass dies so reibungslos funktionierte, verdanken wir Monika Hiebeler, die mit ein paar eifrigen Helfern und viel Erfahrung die Jagdgruppen am Vorabend einteilte.
Am ersten Jagdtag begleitete das böhmische Waldhornquartett Trubacsketivo eine der fünf Jagdgruppen hinaus ins Revier und sorgte somit für die musikalische Untermalung, wenn es hieß „Adler frei“. Auch bewiesen die Falkner Sinn für Selbstironie, als ein Feldhase von der gesamten Treiberkette übergangen wurde und sich in den Kreisen der nachziehenden Musiker in die Sasse drückte. Dieser „Musikliebhaber“ wurde dann auch nicht bejagt. Die besuchten Reviere im Marchfeld erwiesen sich als wahre Vorzeigereviere in Sachen Niederwildhege und bei der Streckenlegung am Abend konnte man das Ergebnis des ersten Tages bewundern. Immerhin wurden 43 Hasen und zwei Fasane gebeizt.
Wenn man so über den Schlosshof eilte, während man nach der Streckenlegung das Wild versorgte, konnte man öfters ein paar Gespräche unserer Gäste mithören und es machte sich trotz so manch stressigen Situation eine innerliche Zufriedenheit bemerkbar. Es waren ausnahmslos positive Debatten, die man so mitverfolgen konnte. Die Beziehung zwischen Beizvogel und Falkner, die imposanten Flüge der Greifvögel und die beeindruckenden Ausweichtechniken der Feldhasen, die man so nur bei Beizjagden sieht, ließen auch die Herzen der „Nicht-Falkner“ höherschlagen.
Im Anschluss an die feierliche Streckenlegung vor dem Schloss Eckartsau wurde im Tagungshotel, bei gemütlichem Beisammensein von Falknern und Gästen der BOKU, über die Falknerei sinniert. Univ.-Prof. Dr. Klaus Hackländer referierte nach dem Abendessen über seine persönlichen Eindrücke, die er an diesem Tag sammeln durfte und der Österreichische Falknerbund freute sich über die positiven Rückmeldungen. Dies war für uns Falkner wieder eine Bestätigung, dass wir für die Öffentlichkeitsarbeit zugunsten der Jagd ein Anziehungspunkt sind, der aufgrund seines natürlichen Ablaufes faszinierend wirkt und ausschließlich von positiven Reaktionen begleitet wird. So tragen wir allerdings auch eine große Verantwortung, die Jagd in ihrer Gesamtheit nachhaltig zu vertreten und zu stärken. In diesen bewegten Zeiten, in denen die Jagd in unserer Gesellschaft nicht immer positiv gesehen wird, ebnet das immaterielle Kulturerbe Falknerei unweigerlich die Wege in die Zukunft.



Einen herzlichen Falknersdank an alle teilnehmenden Revierleiter und Jagdbegleiter, die diese Tagung erst ermöglicht haben und um uns Falkner sehr bemüht waren. Auch den Österreichischen Bundesforsten sind wir zu Dank verpflichtet, zumal Sie dem Falknerbund die Tore des Schlosses Eckartsau öffneten und die Räumlichkeiten für die Veranstaltung zur Verfügung stellten. DI Elisabeth Sandford und Erwin Wenger von der Schlossverwaltung einen besonderen Falknersdank für die persönliche Betreuung. Eine große Anerkennung gebührt dem gesamten Tagungs-Komitee, allen voran Falkenmeister Josef Hiebeler für das besondere Engagement bei der Organisation. Auch die vielen Helfer, die nach und nach in die komplexe Kunst der Tagungsorganisation eingebunden werden und mit viel Leidenschaft an die Sache heran gehen, gilt es hier anzusprechen. Nur so können wir eine solide Basis für die zukünftigen Tagungen schaffen.



Wir freuen uns schon jetzt auf die kommende Tagung im Jahr 2016 in Falkenstein im Weinviertel und hoffen, dass diese genauso erfolgreich wird wie jene auf Schloss Eckartsau.